Timm Kellner präsentiert in diesem Video ein sogenanntes „Ceuta-Special“, in dem er Bildmaterial und Berichte über die Situation von Migranten an der Grenze der spanischen Exklave Ceuta kommentiert. Er nutzt dabei eingeblendete Ausschnitte einer Reportage, die er durchgehend sarkastisch, abwertend und mit ironischen Zwischenrufen begleitet. Das Video ordnet sich klar in das rechte Meinungsspektrum ein und dient zugleich dem Vertrieb eigener Fanartikel und Bücher.
1. Unterstellung mangelnder Legitimation von Flüchtenden
Es gäbe laut der dargestellten Berichterstattung und den Kommentaren Zweifel daran, weshalb die Menschen fliehen würden und ob ihre Motive gerechtfertigt seien. Kellner kommentiere die Aussagen eines Migranten mit den Worten: „Ja, vielleicht, weil das ein illegaler Grenzübertritt war.“ An anderer Stelle heiße es im Kommentar zu einer verzweifelten Aussage eines Anwohners oder Betroffenen: „Wegen den Böller?“ und bezüglich eines syrischen Flüchtlings: „Dann bleibt doch einfach in Spanien oder wandere nach Deutschland weiter. Eine klare Kampfansage und keine Spur von Respekt vor geltendem Recht.“
2. Diffamierung von Medienvertreter:innen und politischen Gegnern
Es würden gezielt Medienschaffende und politische Akteur:innen verhöhnt und als Gegner der Demokratie markiert. Kellner behaupte im Zusammenhang mit Kritik an bestimmten Plattformen: „Ja, also da bin ich wirklich bei Brosius Giersdorf, ne? Die will nämlich eine Behördenaufsicht für neue Medien wie Nius. Absolut richtig. Und ich glaube, wir müssen viel, viel mehr auffachen, dass das unsere Gegner und auch die Feinde von Demokratie sind.“ Zudem werde der ARD-Journalist Georg Restle erwähnt und dessen Positionen als „irre Theorie“ und als Werk von „Verschwörungstheoretiker[n]“ bezeichnet.
3. Durchgehende zynische und herabwürdigende Rahmung
Das gesamte Videomaterial werde durchgängig mit polemischen Einspielern und zynischen Kommentaren versehen, die das Leid oder die schwierige Lage der Menschen vor Ort ins Lächerliche ziehen. Wenn Anwohner oder Betroffene von Überforderung oder Schäden berichten, kommentiere Kellner dies im Konjunktiv oder direkt mit Spott wie: „Ja, ich würde mal sagen, dumm gelaufen“ oder „Die so schützen, lasst die doch da pennen“. Die Not der Menschen werde konsequent als illegale Invasion und Bedrohung geframt.
4. Vermischung von politischer Agitation und kommerzieller Werbung
Das Video nutze die aufgeregte und angstschürende Thematisierung von Migration gezielt als Plattform für den Verkauf von Merchandising-Artikeln, Nahrungsergänzungsmitteln, Edelmetallen und Krisenvorsorge-Produkten. So werde mitten im Video, unterbrochen von kurzen Katzen-Animationen, eine neue „Deutschland-Kollektion“ beworben („Jetzt absolute Premiere hier. Eine meiner Lieblingskollektionen überhaupt.“), während im Begleittext und im Shop auf Produkte wie Notstromaggregate, Bücher aus dem Kopp-Verlag und Goldmünzen verwiesen werde.