In dieser Episode von „AfricaLink“ wird Ugandas Entscheidung diskutiert, Bürger:innen aus 40 Ländern visafreie Einreise zu gewähren, wobei westliche Staaten wie die USA und europäische Länder ausgenommen bleiben. Die Diskussion verhandelt diesen Schritt primär durch eine wirtschaftliche und diplomatische Linse. Wirtschaftswachstum, die Steigerung von ausländischen Direktinvestitionen und der Ausbau des afrikanischen Binnenmarktes werden dabei als unhinterfragte staatliche Handlungsziele vorausgesetzt. Gleichzeitig wird die geänderte Visapolitik als ein bewusster Akt geopolitischer Selbstbehauptung gegenüber dem westlichen Ausland gerahmt. ### Zentrale Punkte * **Diplomatische Neuausrichtung** Bimbona erkläre, der Ausschluss westlicher Staaten sei eine strategische Antwort auf deren restriktive Visapolitik, die den afrikanischen Austausch systematisch behindere. * **Ökonomische Hoffnungen** Yiga berichte, dass die Bevölkerung auf einen Aufschwung im Tourismussektor hoffe, auch wenn Bedenken bestünden, dass die neuen Gäste weniger kaufkräftig sein könnten. * **Sicherheitspolitische Grenzen** Trotz der Grenzöffnung müsse der Staat laut Bimbona massiv in Grenzkontrollen investieren, da visafreies Reisen nicht mit einem unkontrollierten Aufenthalt gleichzusetzen sei. ### Einordnung Die Episode punktet mit einer starken Kontextualisierung panafrikanischer Politik. Auffällig ist jedoch die strikt ökonomistische Rahmung des Gesprächs: Reisende werden unhinterfragt nach ihrem finanziellen Nutzen für das Land kategorisiert. Die Rhetorik der geopolitischen Selbstbehauptung wird besonders deutlich, wenn Bimbona globale visapolitische Asymmetrien alltagsnah rahmt: „You cannot give me everything as my neighbor and you say my children can never step on your house“ (Übersetzung: „Du kannst mir als Nachbar nicht alles geben und sagen, meine Kinder dürfen dein Haus nie betreten“). Die staatliche Migrationskontrolle gegenüber afrikanischen Nachbarstaaten wird im Kontrast dazu als bloße sicherheitspolitische Selbstverständlichkeit gesetzt und nicht weiter problematisiert. **Hörempfehlung**: Lohnenswert für Interessierte an den realpolitischen Dynamiken afrikanischer Binnenmärkte und dem Wandel diplomatischer Beziehungen zum globalen Norden. ### Sprecher:innen * **Eddy Micah Jnr.** – Moderator des DW-Podcasts „AfricaLink“ * **Dr. Sarah Bimbona** – Dozentin an der Makerere-Universität und Zentrums-Direktorin * **Frank Yiga** – DW-Korrespondent in Kampala, Uganda