Einleitung Dieser Podcast von Verlag Antaios – einem zentralen Think-Tank der sogenannten Neuen Rechten – verhandelt einen internen strategischen Richtungsstreit. Der als „Outdoor Elner“ bekannte Christian Elner diskutiert mit einem Moderator über einen Positionswechsel des rechtsextremen Politikers „K“. Dessen neue Linie, die ihn von einem völkischen Antietatismus hin zu einer Anerkennung des Grundgesetzes als politischen Aktionsraum bewege, wird auf ihre Stimigkeit abgeklopft. Als selbstverständlich gesetzt werden dabei Kategorien wie ein einheitlich handelndes „Volk“, dessen angebliche Interessen gegen eine als fremd wahrgenommene Ordnung stünden. Diskutiert wird allein unter strategischen Gesichtspunkten des eigenen „Lagers“, ohne jede kritische Distanz zu dessen antidemokratischen und ethnisch definierten Grundannahmen.
Zentrale Punkte
- Strategischer Wandel hin zum Legalismus „K“ habe einen radikalen Kurswechsel vollzogen, so die Analyse: Galt ihm einst das „Gesetz der Macht“, akzeptiere er nun die „Macht der Gesetze“. Dieser angebliche Schwenk stelle das gesamte Verhältnis von eigenem „Volk“ und Verfassung neu zur Debatte.
- Naturgesetz-Analogie fürs Recht Christian Elner bemühe das Bild der Naturwissenschaften, um Recht nicht nur als Ausdruck nackter Macht erscheinen zu lassen. So wie physische Kräfte von Gesetzen beherrscht würden, könne auch das Recht einen eigenständigen, gestaltenden Charakter jenseits reiner Willkür besitzen.
Einordnung
Die Episode dokumentiert exemplarisch, wie in der Neuen Rechten ideologische Spannungen unter taktischen Gesichtspunkten verhandelt werden. Als Stärke mag die Ernsthaftigkeit gelten, mit der gedankliche Widersprüche zwischen völkischer Fundamentalopposition und parlamentarischem Agieren benannt werden. Allerdings bewegt sich die gesamte Debatte in einem geschlossenen diskursiven Raum: Das Ziel bleibt die ethnische Homogenität eines „Volkes“, während der Verfassungsstaat lediglich als nützlich oder hinderlich für dieses Projekt bewertet, nicht aber in seinem demokratischen Kern anerkannt wird. Indem Elner den Begriff der Wahrheit als Maßstab einführt und eine Analogie zu Naturgesetzen konstruiert, wird der politischen Ordnung eine quasi-schicksalhafte, objektive Richtung unterstellt, die es durch das eigene „Volk“ zu verwirklichen gelte. Alternative Perspektiven jenseits dieser völkisch-nationalistischen Weltanschauung kommen nicht vor.
Hörwarnung: Die Episode verhandelt demokratiefeindliche und völkische Positionen als selbstverständliche und legitime Perspektive, ohne diese in ihrem antidemokratischen Charakter sichtbar zu machen.
Sprecher:innen
- Moderator (ungenannt) – Vertreter des Verlags Antaios, ordnet die Debatte aus Sicht der Neuen Rechten ein.
- Christian Elner – Philosophischer Vordenker der Neuen Rechten, bekannt als „Outdoor Elner“.