Kontext und Sprecher:innen

In diesem Video-Call diskutieren der ehemalige Profifußballer Thomas Berthold und der Journalist Matthias Matussek über den Zustand des Fußballs, das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft und ziehen Parallelen zur politischen Lage in Deutschland. Sie betrachten den Sport als „Spiegel der Gesellschaft“.

1. Fußball-Infrastruktur und FIFA-Einfluss

Berthold mutmaßt, dass die schlechten Platzverhältnisse bei der WM auf mangelnde Fachkenntnisse bei der Rasenpflege zurückzuführen seien. Zudem kritisiert er, dass die Umrüstung von NFL-Stadien für den Fußball zu inakzeptablen Sichtverhältnissen für Zuschauer:innen führe. Die FIFA agiere laut Berthold immun gegen Kritik, da „210 Verbände auf dem Planeten“ existierten und man nur „106 auf seiner Seite“ benötige, um „eigentlich immun gegen alles“ zu sein.

2. Einfluss politischer Akteure auf den Sport

Die Gesprächspartner äußern die Ansicht, dass die rote Karte gegen einen US-Spieler durch politischen Druck („Lex Trump“) beeinflusst worden sein könnte. Matussek äußert den Wunsch nach einem deutschen Staatschef, der sich so „für seine Mannschaft einsetzt, dass er über alle Regeln hinweg marschiert“.

3. Bedeutungsverlust des deutschen Fußballs

Berthold behauptet, Deutschland besitze im Weltfußball „überhaupt keine Lobby mehr“. Die Schiedsrichterleistungen seien „so schlecht wie noch nie“, was er auf eine allgemeine „Sportpolitik“ zurückführt, die „schwere Treffer hinterlassen“ habe. Er moniert zudem den Mangel an körperlicher Robustheit und „Resilienz“ heutiger Spieler.

4. Politische Deutung von Sportstrukturen

Matussek und Berthold ziehen Parallelen zwischen dem DFB und der Bundespolitik. Sie kritisieren eine vermeintliche „Linkeleier“ und „Leistungsverweigerungsleier“ im Verband. Berthold bezeichnet das aktuelle DFB-Präsidium als „neun Ahnungslose“, die sich in ihrer eigenen „Blase“ verwalten würden. Zudem wird ein „Fahnenverbot“ oder das Ausbleiben von Deutschlandfahnen an Flughäfen als Indiz für eine „politische Agenda“ gewertet.

5. Gesellschaftskritik

Das Gespräch mündet in eine allgemeine Systemkritik. Die „Mundzuhaltungskultur“ in Deutschland wird beklagt, wobei Matussek die Angst vor Repressionen als Grund anführt. Berthold bezeichnet staatliche Maßnahmen und die mediale Berichterstattung in Bezug auf politische Proteste als „orchestriert“ und vergleicht diese mit einem „neuen Hexenwahn“.