Zusammenfassung

Die Fraktion Die Linke thematisiert in dieser Kleinen Anfrage den Zusammenhang zwischen rückläufigen Schwimmfähigkeiten, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, und der maroden Bäderinfrastruktur. Als Datenbasis dienen Statistiken der DLRG, wonach 60 % der unter Zehnjährigen nicht sicher schwimmen können und die Zahl der Ertrinkungstoten bei 11- bis 30-Jährigen gestiegen ist. Die Anfrage verweist auf einen Sanierungsbedarf von bis zu 20 Mrd. Euro und kritisiert, dass Förderprogramme wie das SKS-Schwimmbäder diesen nicht decken. Gefordert wird ein flächendeckender Grundschulschwimmunterricht, der jedoch aufgrund fehlender Bäderkapazitäten oft unmöglich ist. Konkrete Fragen zielen auf die Entwicklung der Schwimmfähigkeit, die Anzahl und Betreiberstruktur von Bädern, Sanierungsbedarf, Förderanträge und den Zugang zu Schwimmlernmöglichkeiten für Schulen ab.

Einordnung

Offensichtlich konstruiert die Anfrage ein Narrativ der staatlichen Untätigkeit in einem lebenswichtigen Bereich. Indem sie offizielle Statistiken und Forderungen von DLRG und Bäderallianz aufgreift, stellt sie die Bundesregierung als unwillig dar – sei es bei der Finanzierung, der Datenlage oder der Koordination zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Auffällig ist die Fokussierung auf soziale Ungleichheit (Zusammenhang Haushaltseinkommen vs. Schwimmfähigkeit) und die Darstellung als „unnötiges Lebensrisiko“ durch mangelnde Bäderplanung. Gleichzeitig bleibt die Anfrage in Details präzise, etwa bei der Aufschlüsselung nach Bundesländern und Betreibertypen. Ob die Bundesregierung die Daten vollständig erhebt, bleibt fraglich; möglicherweise würde sie die Sanierungslücken kleinrechnen oder auf Länderkompetenzen verweisen.