Die Episode untersucht den US-Kurs in Lateinamerika als Wiederbelebung der Monroe-Doktrin. Als zentrale Motive werden die Eindämmung Chinas, die Sicherung von Rohstoffen und die Kontrolle von Migration genannt. Der Doppelkontinent werde als exklusive Einflusssphäre der USA dargestellt, in der militärischer, ökonomischer und politischer Druck sowie bilaterale Deals die zentralen Instrumente seien.
Zentrale Punkte
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Venezuela als Modellfall US-Druck habe in Venezuela einen Machtwechsel erzwungen. Anstelle einer Demokratisierung übernehme Rodriguez die Führung, sichere das Militär und bediene Washingtons Öl-Interessen. Das Land gelte als Modell für eine Neuordnung unter US-Kontrolle.
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Bündnisse unter Vorbehalt Die USA setzten auf bilaterale Deals und ein rechtskonservatives Bündnis, während Mexiko und Brasilien außen vor blieben. Trump dominiere mit imperialer Geste, Partnerschaft auf Augenhöhe werde verwehrt. Die Zusammenarbeit mit Mexiko sei dennoch enger als die Rhetorik suggeriere.
Einordnung
Die Analyse kontrastiert US-Rhetorik mit der Realität in Venezuela und bringt Experten, die den Erfolg gegen China bezweifeln. Die Monroe-Doktrin wird jedoch als natürliche Reaktion gerahmt, ihr imperialer Charakter kaum hinterfragt. Auch Migration als Sicherheitsbedrohung bleibt unproblematisiert. Deutlich wird die Haltung durch Trumps Zitat: "I love that canal." ("Ich liebe diesen Kanal.")
Sprecher:innen
- Anne Demmer – Autorin, Deutschlandfunk Hintergrund
- Anne Raith – Autorin, Deutschlandfunk Hintergrund
- Colin Dueck – Politikwissenschaftler, George Mason University
- Jesus Renzulo – Venezuela-Experte, Giga-Institut
- Enrique Dussel – Wirtschaftswissenschaftler, UNAM Mexiko
- Omar Everleni – Kubanischer Wirtschaftswissenschaftler