Zusammenfassung
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fragt in einer Kleinen Anfrage nach dem aktuellen Stand der Gasversorgung und Einspeicherung im Sommer 2026, da die Gasspeicher deutlich geringer gefüllt waren als in den Vorjahren und die Wiederbefüllung bis zum Winter als herausfordernd eingeschätzt wird. Kernpunkte sind die niedrigen Speicherfüllstände, globale Marktverwerfungen durch den Krieg im Iran und die Blockade der Straße von Hormuz, sowie die Frage, ob die geplanten Füllstandsvorgaben erreicht werden. Zudem werden Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion, die Finanzierung der Gasreserve und die Folgen der reduzierten russischen Gasimporte thematisiert. Die Anfrage umfasst 28 detaillierte Einzelpunkte, die von Speicherniveaus in Deutschland und Europa über Gespräche mit Marktteilnehmern bis hin zu Mehrkosten für Haushalte reichen. Anlass ist die Sorge vor Versorgungsengpässen im Winter 2026/27, besonders in Süddeutschland.
Einordnung
Die Anfrage der Grünen zielt weniger auf eine Gesamtbetrachtung der Energiepolitik ab, sondern setzt gezielt dort an, wo die Risiken einer erneuten Gas-Krise im Winter 2026/27 am größten scheinen: bei der Befüllung der Speicher, der Abhängigkeit vom Weltmarkt und der strukturellen Schwäche der Versorgungssicherheit in Süddeutschland – einschließlich der Anbindung an österreichische Speicher wie Haidach. Dabei fällt auf, dass die Fragestellung nicht nur die reine Datenlage abfragt, sondern explizit nach politischen Handlungsmöglichkeiten fragt: von der Umstellung der Gasleitung ETL 182 auf grüne Gase bis hin zu Energiesparempfehlungen oder gesetzlichen Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion. Auffällig ist auch die Betonung des Ukraine-Kriegs als zentraler Störfaktor und die implizite Kritik an der mangelnden Diversifizierung der Gasimporte, insbesondere durch die Blockade der Straße von Hormuz.
Hier könnte eine politische Strategie verfolgt werden, die auf zwei Ebenen wirken soll: zum einen Transparenz einfordern, um Handlungsdruck auf die Regierung zu erhöhen – etwa bei der Gasreserve oder dem Gebäudemodernisierungsgesetz –, zum anderen die eigene klimapolitische Agenda vorantreiben, indem auf die Notwendigkeit der Reduzierung fossiler Abhängigkeiten hingewiesen wird. Ob die Bundesregierung aktuell ausreichende Antworten liefern kann, bleibt offen; die Fragen deuten jedoch darauf hin, dass die Grünen nicht nur auf Informationen aus sind, sondern auch auf politische Weichenstellungen zur Vermeidung einer erneuten Energiekrise.