Kleine Anfragen: 21/4183: Kleine Anfrage der AfD: Möglicher Reformbedarf der Ernährungspyramide der Bundeszentrale für Ernährung (PDF)
Die Antwort der Bundesregierung steht noch aus.
Kleine Anfragen
## Kleine Anfrage AfD: Möglicher Reformbedarf der Ernährungspyramide der Bundeszentrale für Ernährung – 19.02.2026
Die Antwort der Bundesregierung steht noch aus.
**ZUSAMMENFASSUNG**
Die AfD-Fraktion thematisiert die jüngsten Änderungen der US-amerikanischen Ernährungsempfehlungen und stellt diese den Richtlinien der Bundeszentrale für Ernährung (BZfE) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gegenüber. Den Hintergrund bildet eine Ernährungsreform der US-Regierung, die den Konsum von Fleisch, Fisch und Milchprodukten sowie eine deutlich höhere Proteinzufuhr empfiehlt und dies laut Anfrage unter anderem mit der Sicherstellung der militärischen Tauglichkeit der amerikanischen Jugend begründet. In Deutschland hingegen integrieren die aktuellen staatlichen Empfehlungen eine ökologische Dimension, die explizit Treibhausgasemissionen und Klimaschutz berücksichtigt, während die empfohlene Proteinmenge für die Allgemeinbevölkerung niedriger angesetzt ist. Die Fragesteller fordern von der Bundesregierung eine inhaltliche Positionierung zu den neuen US-Richtlinien. Sie wollen wissen, auf welchen wissenschaftlichen Grundlagen die deutschen Empfehlungen basieren, wer darauf Einfluss nimmt und ob als Reaktion auf die US-Reform auch hierzulande Anpassungen geplant sind. Explizit wird nachgefragt, inwiefern verteidigungspolitische Aspekte sowie der Erhalt der körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit bei der Erstellung der deutschen Ernährungspyramide eine Rolle spielen.
**ANALYSE**
Hinter den detaillierten Fragen zur Proteinzufuhr verbirgt sich ein klassischer kulturkämpferischer Vorstoß. Die AfD nutzt die Ernährungsreform der US-Regierung und deren "Make America Healthy Again"-Kampagne strategisch als Hebel, um die deutsche Ernährungspolitik anzugreifen. Dabei wird ein klares rechtes Narrativ konstruiert, das hohen Fleisch- und Proteinkonsum mit nationaler Stärke, physischer Überlegenheit und militärischer Tauglichkeit verknüpft. Gleichzeitig dient die Anfrage dazu, die in Deutschland etablierte Berücksichtigung ökologischer Kriterien in Ernährungsfragen als ideologisch motivierte Schwächung zu delegitimieren. Der Erkenntnisgewinn in der Sache ist marginal, da die wissenschaftlichen Kriterien der DGE ohnehin transparent und öffentlich zugänglich sind. Die gezielte Frage nach "verteidigungspolitischen Aspekten" in der Ernährungspyramide ist vielmehr eine dog whistle: Sie suggeriert, eine klimabewusste, fleischreduzierte Ernährung mache die Bevölkerung wehrlos. Hier wird Biopolitik im rechtspopulistischen Gewand betrieben, indem individuelle Ernährungsentscheidungen und Gesundheitsrichtlinien in einen behaupteten Überlebenskampf der Nation umgedeutet werden. Die Reduzierung hochverarbeiteter Lebensmittel, die in der US-Reform sachlich völlig richtig und medizinisch unstrittig verankert ist, dient in dieser parlamentarischen Initiative lediglich als trojanisches Pferd, um ein reaktionäres Stärkenarrativ in den politischen Diskurs zu importieren.