Bei der Gründung der Politischen Bildungsakademie Bayern spricht der sächsische AfD-Vertreter Mike Monseck mit dem Deutschland-Kurier über die Vorbereitung auf die Regierungsübernahme, die Formung von Kadern und die angestrebte absolute Mehrheit ohne Kompromisse.
1. Imminenter Machtwechsel
Die amtierende Regierung könne jederzeit zurücktreten oder das Land „restlos an die Wand fahren“, daher müsse die AfD sofort handlungsfähig sein und sich auf die Machtübernahme vorbereiten. (Zitat: „Was passiert denn morgen früh? ... Also müssen wir uns drauf vorbereiten.“)
2. Aufbau einer „Kaderschmiede“
Um für die absolute Mehrheit zu rüsten, brauche es eine Auswahl loyaler, fachlich geeigneter Leute. Diese sollten „stehen bleiben“ und keinerlei Kompromisse machen. (Zitat: „Wir müssen unsere Kader schmieden … Wir wollen die absolute Mehrheit und damit auch die Verantwortung und die Macht ausüben, ohne Kompromisse.“)
3. Ost-Identität als Vorteil
Monseck betone die gemeinsame DDR-Schulerfahrung („polytechnische Oberschule“) und stelle die Nachwendezeit als Chaos dar, in dem jene kamen, die es „manchmal auch nicht gut mit uns meinten“. Das stärke den Zusammenhalt der Ostverbände und verkläre die Vergangenheit.
4. Mediale Machtübernahme
Sobald die AfD die Medienpolitik bestimme, werde man auf „freie Medien“ wie den Deutschland-Kurier setzen, die dann gebraucht würden. (Zitat: „Dann werden wir auch die aus den freien Medien brauchen, die irgendwann mal die Medienpolitik des Landes … bestimmen.“)
Einordnung
Das Video ist eine unkritische Werbeplattform für eine radikale Machtperspektive. Der Deutschland-Kurier, ein parteinahes Medium, lässt Mike Monseck seine Vision einer „Kaderschmiede“ entfalten, ohne eine kritische Nachfrage zu stellen. Der sächsische AfD-Politiker bedient sich einer Mischung aus folkloristischer Authentizität („Glück auf“, traditionelle Trachtenjacke) und historischem Revisionismus, um die Dringlichkeit einer vorbereiteten Elitetruppe zu beschwören. Die Rhetorik zeichnet eine permanente Krise der Demokratie, in der die amtierende Regierung das Land „an die Wand fahre“ und nur eine loyale, nach Leistung ausgewählte Führung die Rettung bringen könne. Begriffe wie „ohne Kompromisse“, „Macht ausüben“ und „Kader“ sind bewusst gesetzte Signale einer autoritären Vorstellung von Staatslenkung. Die Leerstellen des Gesprächs – keine Erwähnung von Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung oder demokratischem Pluralismus – zeigen, dass es hier nicht um politische Bildung, sondern um die diskursive Vorbereitung einer illiberalen Machtübernahme geht. Die visuelle Darstellung mit dem DK-Logo und der Trachtenjacke konstruiert eine heimelige, volksnahe Kulisse, die den antipluralistischen Inhalt verharmlost. Das Gespräch normalisiert die Ersetzung demokratischer Verfahren durch eine völkisch verstandene „Bestenauslese“ und die Instrumentalisierung von Medien nach Machtantritt. Eine Einordnung, die diese demokratiefeindlichen Implikationen benennt, fehlt vollständig.