Hans-Thomas Tillschneider (MdL | AfD Sachsen-Anhalt) kommentiert in diesem Video des Deutschland-Kuriers Vorwürfe, wonach die AfD Weihnachten abschaffen wolle. Er weist die Behauptungen als haltlose Erfindungen politischer Mitbewerber zurück.
1. Vorwurf der Weihnachtsabschaffung sei reine Erfindung
Es werde fälschlicherweise behauptet, die AfD wolle Weihnachten abschaffen. Tillschneider führt dazu aus: „Hilfe, die AFD will Weihnachten abschaffen. Hilfe, die AFD will Robbenbabys grillen. Selbstverständlich wollen wir Weihnachten nicht abschaffen.“
2. Ursprung sei ein einzelner, abgelehnter Antrag
Die Aufregung gehe auf einen Antrag eines einzigen Delegierten bei einem Parteitag im April zurück, der die Ersetzung christlicher Feiertage durch heidnische gefordert habe. Er selbst habe sich dagegen ausgesprochen, da „unsere heidnische Vergangenheit im Christentum aufgehoben worden“ sei.
3. Eindeutiges Votum gegen den Antrag
Der Parteitag sei seiner Argumentation gefolgt und habe den Antrag mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. Es habe lediglich eine einzige Dafürstimme gegeben, und zwar die des Antragstellers selbst.
4. Instrumentalisierung durch den politischen Mitbewerber
Kritiker würden versuchen, diesen Einzelfall mit dem Nationalsozialismus zu verknüpfen. Tillschneider behauptet dazu: „Sie müssen auf Dinge erfinden, reine Erfindungen. Und natürlich schlägt Weimar auch die Verbindung zum Nationalsozialismus.“
5. Verfassungsschutz gebe der Partei recht
Eine offizielle Anfrage einer linken Landtagsabgeordneten in Sachsen-Anhalt zeige laut Tillschneider, dass selbst der Verfassungsschutz keinen pauschalen Nazibezug bei Sonnenwendfeiern erkennen könne. Er zitiert den Verfassungsschutz mit den Worten: „Wenngleich einzelne Strömungen des Nationalsozialismus sogenannte neopagane Elemente aufgegriffen haben, sind Sonnenwendfeiern nicht originär nationalsozialistisch…“
Einordnung
Das Video zeigt eine klassische defensive und gleichzeitig angriffslustige Kommunikationsstrategie des rechten politischen Spektrums, bei der mediale Kritik gezielt als Verleumdung und „Erfindung“ des politischen Gegners („Altparteien“) geframt wird. Hans-Thomas Tillschneider nutzt die Gelegenheit, um die eigene Partei als Bewahrerin christlicher Werte zu inszenieren und sich gleichzeitig von extremen Positionen zu distanzieren, indem er einen einzelnen Delegierten als Sündenbock für einen weitreichenden Vorstoß präsentiert. Bemerkenswert ist dabei die selektive Nutzung behördlicher Quellen: Während der Verfassungsschutz sonst oft aus diesem politischen Milieu diskreditiert wird, dient dessen Auskunft hier plötzlich als Kronzeuge zur Entlastung.
Rhetorisch arbeitet Tillschneider stark mit Polemik, inszenierter Empörung und ironischen Überspitzungen wie dem Vergleich mit dem Grillen von Robbenbabys. Diese Verharmlosungs- und Ablenkungstaktik soll von internen Strömungen ablenken, die sehr wohl neopagane oder völkische Diskurse pflegen. Statt einer sachlichen Auseinandersetzung mit der innerparteilichen Ideologie wird der Vorwurf sofort in den Modus einer Verschwörung beziehungsweise einer Kampagne der Medien und Konkurrenten überführt. Die Inszenierung im gewohnten Studio-Setting des Deutschland-Kuriers bedient konsequent die Erwartungshaltung der eigenen Anhängerschaft und verfestigt das Narrativ einer systematischen Ausgrenzung durch das politische Establishment.
Sehwarnung: Das Video bietet kaum echten Informationsgehalt, sondern dient primär der parteiinternen Schadensbegrenzung und der gezielten Medienkritik im populistischen Tonfall.