Der Podcast "Bern einfach" vom 20. August 2025 mit Dominik Feusi und Markus Somm kommentiert aktuelle Schweizer Politik aus konservativer Perspektive. Die beiden diskutieren die Reaktion der SP auf geplante Deregulierungen, kritisieren das neue Epidemiegesetz als Kompetenzerweiterung für den Bundesrat ohne Lerneffekt aus der Pandemie, warnen vor den Finanzlöchern der AHV und spötteln über das geplante Co-Präsidium der FDP.

1. SP wirft Bundesrat "neoliberales" Programm vor – ohne substanzielle Alternativen

Die SP habe den Bundesrat beschuldigt, die Zollkrise nutzen zu wollen, um ein "neoliberales" Programm durchzusetzen. Markus Somm kontert, es gebe seit 30 Jahren keinen einzigen westlichen Staat, in dem der Staat kleiner geworden sei – der "neoliberale" Gegner sei eine reine Erfindung. Die SP biete keine konkreten Alternativen außer "gezielte Wirtschaftsstütze" und "Kurzarbeit verlängern".

2. Neues Epidemiegesetz soll Bundesrat mehr Macht geben – ohne Pandemie-Aufarbeitung

Das neue Epidemiegesetz sehe vor, dem Bundesrat erweiterte Kompetenzen zu geben, ohne dass gelernt werde aus der Pandemie. Es gebe keine wissenschaftliche Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen, obwohl ein führender Schweizer Immunologe angeblich gesagt habe: "Keine einzige Maßnahme sei nötig gewesen." Stattdessen werde die Kompetenz des Bundesrats ausgeweitet – etwa könne er künftig ohne besondere Lage Maskenpflicht im ÖV verhängen.

3. AHV droht laut Prognose ab 2040 ein Defizit von 2 Milliarden pro Monat

Die neue Finanzperspektive der AHV zeige ein dramatisches Loch: Ab 2040 drohe ein Defizit von 25 bis 27 Milliarden Franken pro Jahr – umgerechnet 2 Milliarden pro Monat. Dies trotz Annahme einer jährlichen Zuwanderung von 70.000 Personen. Die Politik verschlimmere die Lage durch steigende Lohnkosten und mangelnde Standortattraktivität.

4. FDP plant Co-Präsidium – Markus Somm nennt es "schlechte Idee"

Die FDP strebe ein Co-Präsidium mit Benjamin Müllermann und Susanne Vincenz-Stauffacher an. Markus Somm kritisiert dies scharf: "Kohle ist einfach eine schlechte Idee" – es gebe keine klare Führung, intern sei die Fraktion schwer zu führen. Müllermann sei zwar "vernünftiger und sicher rechter", Vincenz-Stauffacher aber "eine verkappte Sozialdemokratin". Die Lösung sei ein Zeichen von Schwäche.

Einordnung

Der Podcast präsentiert sich als "grösster nicht-linker Podcast der Schweiz" und liefert eine pointierte konservative Gegenöffentlichkeit. Die Argumentation folgt einem klaren Muster: Linke Positionen werden karikiert, wissenschaftliche Expertise selektiv zitiert und komplexe Zusammenhänge vereinfacht. Besonders auffällig ist die wiederkehnde Behauptung, die meisten Corona-Maßnahmen seien wissenschaftlich unbelegt gewesen – ohne dabei die wissenschaftliche Debatte differenziert darzustellen. Die Kritik am Co-Präsidium der FDP offenbart konservative Führungsvorstellungen, die Einzelentscheidungen über kollegiale Strukturen stellen. Die Sprache ist polemisch (