Das Gespräch zwischen Roman Zeller und Uwe Boll kreist um ein Attentat in Berlin, bei dem ein Mann mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge fuhr. Ausgehend von Bolls Film „Citizen Vigilante“ entfaltet der Regisseur seine Sicht auf Migration und Kriminalität in Deutschland. Zeller fragt eingangs, was Boll bei der Nachricht gedacht habe – und eröffnet damit ein Gespräch, das Bolls Filme nicht nur als Kunst, sondern als prophetische Warnung vor einer angeblich verdrängten Realität rahmt.
Zentrale Punkte
- Gewalt sei alltäglich und religiös motiviert Boll behaupte, dass eine „Gewaltbereitschaft bei Migranten, meist aus islamistischen Ländern“ bestehe und Attentate „zu Hauf“ passierten. Diese Taten seien weniger politisch als vielmehr religiös begründet, da Fundamentalisten die westliche Gesellschaft „zerstören wollen“.
- Medien und Justiz würden die Realität vertuschen Der Regisseur werfe Film und Fernsehen vor, die „Schattenseite“ der Migration systematisch „totzuschweigen“ und Täter:innen zu Unrecht zu entlasten. Sein Film „Citizen Vigilante“ sei ein bewusstes Gegenmodell, das zeige, „was passieren kann“, wenn das „kaputte“ System die Bevölkerung nicht mehr schütze.
Einordnung
Das Gespräch gibt Boll breiten Raum, seine künstlerische Haltung und Gesellschaftsdiagnose ungebrochen zu entfalten. Kritische Nachfragen zu seinen pauschalisierenden Thesen – etwa zum behaupteten Zusammenhang zwischen Herkunft, Religion und Gewalt – bleiben aus. Zeller formuliert eine Frage zwar vorsichtig distanzierend („ein bisschen überspitzt formuliert“), greift Bolls Antwort aber nicht weiter auf. So entsteht ein bestätigendes Resonanzfeld, in dem Bolls Darstellung als evident erscheint.
Bolls zentrale Prämisse, dass eine bestimmte Form von Kriminalität in Medien und Justiz vertuscht werde, bleibt unhinterfragt und wird als selbstverständliche Wahrheit gesetzt. Statistiken werden selektiv und ohne Kontext eingebracht, strukturelle Ursachen für Gewalt oder Überlastungen des Rechtsstaats nur angedeutet. Die Gleichsetzung von muslimisch geprägter Herkunft mit einer grundsätzlichen Gefahr für die „westliche Gesellschaft“ durchzieht das gesamte Gespräch, ohne dass diese Zuspitzung eingeordnet würde. Wer verstehen möchte, wie sich eine spezifische, polarisierende Sicht auf Migration künstlerisch und argumentativ selbst legitimiert, findet hier ein aufschlussreiches Beispiel.
Sprecher:innen
- Roman Zeller – Moderator, Weltwoche Daily
- Uwe Boll – Regisseur, Produzent und Drehbuchautor („Citizen Vigilante“)