Wohlstand für Alle: Ep. 346: Der Iran-Krieg und die Weltwirtschaft
Warum der Krieg im Iran vor allem ein ökonomisches Debakel ist und wie materielle Zwänge Trumps Politik diktieren.
Wohlstand für Alle
39 min read2165 min audioIn dieser Sonderfolge widmen sich Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt den wirtschaftlichen Folgen des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran. Das Gespräch verhandelt den militärischen Konflikt fast ausschließlich durch eine ökonomische Brille: Blockierte Lieferketten in der Straße von Hormus und die Reaktionen der Finanzmärkte werden als die wahren Treiber der Geopolitik gerahmt.
Dabei wird als selbstverständlich vorausgesetzt, dass nicht Menschenrechte oder völkerrechtliche Bedenken, sondern Bilanzen, Wählerstimmen und nackte materielle Zwänge das Handeln von Politikern wie Donald Trump oder Friedrich Merz diktieren. Der Diskurs über den Krieg wird hier strikt dematerialisiert und entmoralisiert, um die dahinterliegenden kapitalistischen Logiken freizulegen.
### Zentrale Punkte
* **Rhetorischer Wandel deutscher Politiker**
Der rhetorische Wandel von Friedrich Merz belege, dass die anfängliche Euphorie für einen Regimewechsel der Angst vor massiven ökonomischen Schäden und einer Energiekrise gewichen sei.
* **Stoffliche Knappheit durch Blockaden**
Eine Blockade der Straße von Hormus löse nicht nur Preissteigerungen aus, sondern verursache reale stoffliche Knappheiten bei Düngemitteln und Mikrochips, was eine weltweite Krise bedeute.
* **Innenpolitischer Druck auf Trump**
Donald Trump gerate innenpolitisch enorm unter Druck, da sowohl isolationistische Rechte als auch fiskalkonservative Kreise und die US-Tech-Industrie die immensen Kosten des Krieges ablehnten.
### Einordnung
Die Episode besticht durch ihre konsequente materialistische Analyse, die den oft moralisierenden sicherheitspolitischen Diskurs erdet. Statt völkerrechtlicher Debatten werden harte ökonomische Limits von Kriegsführung aufgezeigt. Bemerkenswert präzise wird filetiert, wie die US-Rechte den Krieg kritisiert: Die Hosts zeigen auf, wie in diesen Milieus antisemitische Erzählungen (Fremdsteuerung durch Israel) normalisiert und genutzt werden, um eine "America First"-Politik zu rechtfertigen. Gleichzeitig verengt sich der Fokus des Podcasts extrem: Durch die rein ökonomische Brille wird die Perspektive der direkt betroffenen Zivilbevölkerung den makroökonomischen Logiken völlig untergeordnet und de facto unsichtbar gemacht.
**Hörempfehlung**: Empfehlenswert für Hörer:innen, die eine nüchterne, materialistische Analyse schätzen, die geopolitische Konflikte abseits der üblichen moralischen Rhetorik betrachtet.
### Sprecher:innen
* **Ole Nymoen** – Podcaster, Wirtschaftsjournalist und Autor
* **Wolfgang M. Schmitt** – Podcaster, Filmkritiker und Autor