Die Episode widmet sich dem rechtlichen und persönlichen Kampf der Nonnen von Goldenstein um die Kontrolle über ihren Namen und ihr Bild im Netz. Moderatorin Edith Meinhart spricht mit Medienanwältin Maria Windhager über den Fall eines Instagram-Betreibers, der den Account der Nonnen gegen deren Willen weiterführte. Die Sendung ist stark persönlich geprägt, da Meinhart selbst ein Buch über die Nonnen verfasst hat und aktiv in deren Unterstützernetzwerk eingebunden ist.

Als selbstverständlich vorausgesetzt wird, dass Recht haben und Recht bekommen zwei Paar Schuhe sind, besonders für Frauen in patriarchalen Strukturen. Die Haltung der Kirche und Teile der Gesellschaft, wonach Ordensfrauen sich still und demütig zu verhalten hätten, wird als spezifische Form der Unterdrückung dargestellt. Die Justiz wird als überfordert mit den Dynamiken sozialer Medien geschildert, da Richter:innen die Reichweite und Mechanismen digitaler Hetze oft nicht verstünden.

Zentrale Punkte

  • Rechtlicher Kampf um den Account Windhager schildere, dass der ehemalige Betreiber den Account trotz mehrfacher Aufforderungen weitergeführt und im Namen der Nonnen agiert habe. Erst durch eine einstweilige Verfügung und die Androhung strafrechtlicher Konsequenzen seitens der Richterin habe er zugestimmt, den Account umzubenennen und nicht mehr in ihrem Namen zu posten.

  • Erwartete Unterordnung von Frauen Es werde deutlich gemacht, dass den Nonnen von kirchlicher Seite abgesprochen worden sei, vor Gericht zu ziehen, da dies unchristlich sei. Windhager interpretiere dies als klassisches Silencing, bei dem von Frauen – und besonders von Ordensfrauen – erwartet werde, still zu halten und Widerstand als ungebührlich gelte.

  • Überforderung der Justiz im Netz Die Justiz habe nach Ansicht der Anwältin noch keine ausreichende Sensibilität für Persönlichkeitsrechte im digitalen Raum entwickelt. Vielen Richter:innen fehle das Verständnis für Kommunikationsdynamiken in sozialen Medien, was dazu führe, dass Untergerichte die Tragweite von digitalen Persönlichkeitsverletzungen oft nicht erfassten.

Einordnung

Die Episode leistet einen wichtigen Beitrag, indem sie die abstrakte Rechtslage mit konkreter Lebensrealität verbindet. Die Perspektive der Betroffenen steht im Zentrum, und es wird anschaulich aufgezeigt, wie hierarchische Strukturen das Recht auf Selbstbestimmung einschränken. Die Kritik an der mangelnden Medienkompetenz in der Justiz ist präzise formuliert.

Problematisch bleibt die fehlende Distanz: Die Moderatorin ist selbst Teil der Geschichte, was zwar deklariert, aber journalistisch nicht aufgelöst wird. Da die Gegenseite nicht zu Wort kommt, bleiben deren Motive komplett ausgeblendet. Die pauschale Kritik an Medienkolleg:innen, die den Account-Betreiber glaubten, erlaubt ebenfalls keine Einordnung aus deren Perspektive.

Sprecher:innen

  • Edith Meinhart – Investigativjournalistin und Autorin
  • Dr. Maria Windhager – Medienanwältin