Zusammenfassung

Die AfD-Fraktion reicht eine Nachfrage auf ihre eigene Kleine Anfrage (Drucksache 21/4602) ein, da die zunächst angefragten Daten zu Gruppenvergewaltigungen in Deutschland bis zum 31. Dezember 2025 bei Einreichung der Ursprungsanfrage noch nicht vorlagen. Nun werden detaillierte Statistiken zu Entwicklung, Täter- und Opferstrukturen, Aufklärungsquoten sowie Migrationshintergründen der Tatverdächtigen und Betroffenen für den Zeitraum 2010 bis 2025 abgefragt. Die zehn Fragen zielen darauf ab, mögliche Zusammenhänge zwischen Migration, Kriminalitätsverläufen und Strafverfolgung herzustellen – darunter die prozentuale Beteiligung nichtdeutscher Tatverdächtiger, häufigste Staatsangehörigkeiten der Täter, der Anteil nichtaufgeklärter Fälle sowie Daten zu Vorstrafen und Drogenkonsum der Verdächtigen. Die Liste umfasst zudem Aufschlüsselungen nach Bundesländern, Geschlecht und Zuwandererstatus.

Einordnung

Die Anfrage folgt einer klaren politischen Strategie, die Kriminalitätsthemen mit migrationspolitischen Narrativen verknüpft. Möglicherweise könnte die Fraktion ein Framing bedienen, das gruppenbezogene Gewalt mit Einwanderung verbindet, obwohl die Fragen selbst deskriptiv auf Datenabfrage abzielen. Auffällig ist die Kombination aus makroskopischen Entwicklungsfragen und mikroskopischen Detailerhebungen zu Herkunft, Vorstrafen und Opferprofilen, die – methodisch umstritten – auch für eine instrumentalisierbare Argumentation offenstehen. Der Verzicht auf konkrete politische Vorschläge oder Analysen deutet darauf hin, dass die Daten selbst das Ziel der Anfrage sind, um sie später in einen größeren politischen Kontext zu stellen. Unklar bleibt, warum der Fokus explizit auf "nichtdeutsche" Tatverdächtige und "Zuwanderer" gelegt wird, ohne dass dieser Begriff klar definiert oder theoriegestützt eingegrenzt wird.