11KM: der tagesschau-Podcast: Kriegspräsident Trump: Wird ihm Iran zum Verhängnis?
Analyse der US-Innenpolitik zum Iran-Krieg: Wie Donald Trump seine Basis trotz gebrochener Versprechen und steigender Ölpreise bindet.
11KM: der tagesschau-Podcast
28 min read1554 min audioIn dieser journalistischen Analyse des ARD-Podcasts "11KM" beleuchten Host Elena Kuch und Washington-Korrespondentin Kerstin Klein die innenpolitischen US-Dynamiken des Iran-Krieges. Im Zentrum stehe die Frage, wie Donald Trumps Anhänger:innen auf seinen Wortbruch reagieren, keine neuen Kriege zu beginnen.
Dabei werde der Konflikt fast ausschließlich durch eine US-zentrierte, wahltaktische Brille betrachtet. Wirtschaftliche Kennzahlen wie Ölpreise, drohende Inflation und sinkende Börsenkurse würden im Gespräch als selbstverständliche und primäre Maßstäbe für den Erfolg oder Misserfolg des militärischen Vorgehens vorausgesetzt.
### Zentrale Punkte
* **Loyalität der Basis**
Trotz des gebrochenen Wahlversprechens halte die extreme Kernwählerschaft mehrheitlich zu Trump. Kritik äußerten vor allem rechte Podcaster, die sich bereits für eine Zeit nach Trump positionierten.
* **Wirtschaft als Schwachstelle**
Der Konflikt entfalte seine Wirkung primär asymmetrisch über die Weltwirtschaft. Anhaltend hohe Ölpreise und Lieferengpässe könnten die republikanische Partei bei den Zwischenwahlen massiv belasten.
* **Militärische Sackgasse**
Die US-Regierung scheine von der iranischen Blockadetaktik in der Straße von Hormus überrascht zu sein. Ein schneller Abzug sei unmöglich, ohne dass dies als innenpolitische Niederlage gewertet würde.
### Einordnung
Die Episode besticht durch eine präzise Aufschlüsselung US-amerikanischer Wähler:innen-Milieus und unterscheidet deutlich zwischen traditionellen Republikaner:innen und der extremen Trump-Basis. Kritisch zu sehen ist jedoch die starke Verengung des Gesprächs: Der Krieg wird fast ausnahmslos als innenpolitisches Rechenspiel und ökonomischer Kostenfaktor dargestellt. Die Perspektive der vom Krieg Betroffenen oder völkerrechtliche Aspekte bleiben systematisch unerwähnt. Zudem bleibt die zitierte US-Kriegsrhetorik – etwa die offizielle Begründung, „Es kostet Geld, die Bösen zu bekämpfen“ – ohne journalistische Einordnung stehen, was eine simple, militärische Gut-Böse-Logik unhinterfragt zementiert.
**Hörempfehlung**: Empfehlenswert für Hörer:innen, die verstehen möchten, wie striktes wahltaktisches Kalkül und ökonomische Interessen außenpolitische und militärische Analysen in den USA prägen.
### Sprecher:innen
* **Elena Kuch** – Host und Journalistin
* **Kerstin Klein** – ARD-Korrespondentin im Studio Washington