Ein Gespräch zwischen dem Videoproduzenten Sebastian Schmidtke und Reinhild Bossdorf, Aktivistin der rechten Frauenorganisation "Lucreta", aufgenommen bei einer Veranstaltung des Antaios-Verlags. Im Zentrum steht die Arbeit und Ausrichtung dieses Netzwerks.
1. Lucreta sehe sich als rechte Frauenorganisation für junge Frauen
Reinhild Bossdorf habe erklärt, dass "Lucreta" eine rechte Frauengruppe für junge Frauen im Alter von 16 bis 35 Jahren sei. Ziel sei es, Frauen, die sich vom modernen Feminismus entfremdet fühlten, eine politische Heimat zu bieten. Es ginge darum, Themen wie „importierte sexuelle Gewalt“, das Selbstbestimmungsgesetz und die Abtreibungsdebatte zu besetzen und junge Frauen zu vernetzen.
„[...] wir sind eine rechte Frauengruppe für junge Frauen so zwischen 16 und 35, die einfach Frauen, die politisch sich nicht wohlfühlen beim modernen Feminismus, die sich oft einsam fühlen, einfach miteinander zu vernetzen, um jungen Frauen eine politische Heimat zu bieten [...].“
2. Veranstaltungen würden regelmäßig von Protesten und Konflikten begleitet
Die Interviewte habe geschildert, dass öffentliche Treffen und Meet-ups der Gruppe regelmäßig auf massiven Widerstand linker Gruppen und der Antifa stießen. Sie habe von Bedrohungen, Beleidigungen und körperlichen Auseinandersetzungen, unter anderem in Hildesheim und Stuttgart, berichtet. Daher seien Treffen mittlerweile nur noch mit männlichem Schutz beziehungsweise Begleitung möglich.
„[...] das macht Linke offenbar so fuchsig, dass sie mittlerweile halt wirklich aggressiv gegen uns vorgehen. Wir hatten jetzt im March eben dieses berüchtigte Hildesheim Meetup, wo wirklich junge Mädels von uns angegriffen wurden, tat handgreiflich so, wo irgendwelche vermummten 2 Meter Männer diesen jungen Mädels gegenüber traten [...]“
3. Der Begriff Feminismus werde von rechts umgedeutet und besetzt
Auf die Frage nach dem Unterschied zwischen Feminismus und der Betonung von Weiblichkeit habe Reinhild Bossdorf geantwortet, dass man sich durchaus als Feministinnen verstehe. Man wolle den Begriff den linken politischen Akteur:innen „entziehen“ und für rechte Positionen reklamieren. Gleichzeitig betone man eine „Befriedung zwischen den Geschlechtern“ und das Recht auf traditionellere Rollenbilder.
„Wir selber sind feminine Frauen, die sich trotzdem als Feministinnen bezeichnen, einfach, weil es weh tut, weil Linke immer so tun als sein äh als sei Feminismus alles und nichts im Endeffekt. [...] deswegen kapern wir diesen Begriff zurecht [...].“
4. Literaturtipps umfassen diverse politische und klassische Werke
Auf die Frage nach Buchempfehlungen für interessierte junge Frauen habe die Gesprächspartnerin unter anderem Schriften von Alice Schwarzer, Publikationen aus der „Kaplaken“-Reihe (etwa von Ellen Kutscher und Caroline Sommerfeld) sowie den Lebensbericht von Brittany Sellner genannt. Ergänzend habe sie klassische Romane wie „Little Women“ empfohlen, die gesunde Familienstrukturen abbildeten.
„[...] was mir damals auch sehr geholfen hat, war äh ich weiß nicht genau, wie dieser Kaplakenband heißt. Es tut mir leid, aber ähm ein Kaplakenband von äh Caroline Sommerfeld.“
5. Das Umfeld der Veranstaltung zeigt Verbindungen zur neuen Rechten
Im Ausblick auf das restliche Programm der Veranstaltung habe die Interviewte unter anderem Buchvorstellungen und Vorträge von Marie-Therese Kaiser sowie weiteren Personen aus dem rechten beziehungsweise identitären Spektrum (wie „Schlomo“ oder dem Umfeld des Antaios-Verlags) erwähnt. Dies verorte das Gespräch klar im publizistischen Raum der Neuen Rechten.
„[...] heute habe ich mich gefreut auf die Buchvorstellung von Marie-Therese Kaiser und auf auch auf den Vortrag von Schattenmacher und Schlomo.“
Einordnung
Das Video präsentiert sich als Interview im Rahmen einer rechtsproduzierten Veranstaltung, die stark an den ideologischen Kosmos des Antaios-Verlags und der Neuen Rechten anknüpft. Sebastian Schmidtke führt das Gespräch in einem durchgehend freundlichen, unterstützenden und unkritischen Ton. Es findet keinerlei journalistische Einordnung oder kritische Nachfrage statt; stattdessen wird der Gesprächspartnerin eine ungestörte Bühne geboten, um die Selbst- und Fremdwahrnehmung ihrer Organisation im Sinne einer vermeintlich oppositionellen, rebellischen Frauenbewegung zu verbreiten.
Rhetorisch bedient sich Reinhild Bossdorf bekannter Strategien der europäischen Identitären und der Neuen Rechten: Etablierte Begriffe wie „Feminismus“ oder „Emanzipation“ werden semantisch umgedeutet, um anschlussfähig an moderne Diskurse zu sein, während gleichzeitig traditionelle Geschlechterrollen und migrationsfeindliche beziehungsweise nationalistische Narrative („importierte sexuelle Gewalt“) transportiert werden. Kritische Stimmen oder politische Gegner:innen werden pauschal als „linke Agitatoren“ diskreditiert, die angeblich gewaltsam gegen harmlose Treffen vorgehen. Zwar werden physische Konfrontationen geschildert, diese Einzelfälle dienen jedoch primär der Opferinszenierung und der Stärkung des internen Zusammenhalts („Wir gegen die da“). Machtstrukturen oder die ideologischen Grundlagen der Organisation werden zu keinem Zeitpunkt hinterfragt, wodurch das Format als reine Plattform für rechtspopulistische beziehungsweise rechtsextreme Agenda-Setting-Strategien fungiert.
Sehwarnung: Das Video dient der unkritischen Verbreitung und Normalisierung rechtsextremer beziehungsweise neurechter Ideologien und bietet keinerlei ausgewogene Berichterstattung oder Diskursvielfalt.
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"summary": "Das Interview beleuchtet die rechte Frauenorganisation „Lucreta“ aus der Binnensperspektive. Die Protagonistin Reinhild Bossdorf schildert im Gespräch mit Sebastian Schmidtke die Ziele der Gruppe, den bewussten Umgang mit dem umgedeuteten Begriff des Feminismus sowie angebliche Angriffe von politischer Linker auf die Veranstaltungen der Gruppierung. Kritische journalistische Einordnungen fehlen gänzlich; stattdessen wird eine unkritische Bühne im Milieu der Neuen Rechten geboten.",
"teaser": "Ein unkritisches Interview beleuchtet die rechte Fraueninitiative „Lucreta“. Im Gespräch mit Sebastian Schmidtke schildert Reinhild Bossdorf ihre Sicht auf Feminismus und angebliche Anfeindungen.",
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