Erika McEntarfer, ehemalige Leiterin des Bureau of Labor Statistics, wurde im vergangenen August von Trump gefeuert – der Vorwurf: Sie habe Jobzahlen manipuliert, um Kamala Harris zu helfen. Der Newsletter präsentiert nun ein Exklusivinterview mit ihr. McEntarfer weist die Anschuldigungen zurück und betont die „erstaunliche Widerstandsfähigkeit“ der US-Wirtschaft – trotz Trumps Politik von Massenabschiebungen und Zöllen. Zentral ist ihre Beobachtung eines anhaltenden Missverhältnisses: Harte Daten wie Beschäftigung und BIP fallen oft besser aus als die öffentliche Stimmung. Selbst wenn man parteipolitische Verzerrungen herausrechnet, bleibe eine Lücke. „Es ist wirklich eine offene Forschungsfrage“, so McEntarfer. Besonders brisant ist die im Newsletter angerissene Frage, ob man den heute veröffentlichten Wirtschaftsdaten unter Trump überhaupt noch vertrauen kann. Ihre Antwort darauf bleibt jedoch zahlenden Abonnent:innen vorbehalten.

Einordnung

Public Notice bedient ein linkes bis liberal-kritisches Publikum, das Trumps Regierung grundsätzlich misstraut. Die Darstellung McEntarfers als unschuldiges Opfer politischer Willkür ist stimmig, verschweigt aber mögliche strukturelle Unsicherheiten in der Erhebung von Arbeitsmarktdaten. Die implizite Annahme, fachliche Integrität sei strikt von politischer Einflussnahme getrennt, ist bei staatlichen Statistiken nie ganz unumstritten. Die eigentliche Vertrauensfrage wird hinter einer Bezahlschranke versteckt; für Nicht-Abonnent:innen bleibt der Newsletter damit vor allem eine Bestätigung der eigenen kritischen Haltung, ohne substanzielle neue Erkenntnisse zu liefern. Lesenswert ist er für alle, die sich für die politische Instrumentalisierung von Wirtschaftsdaten interessieren – aber nur in der vollständigen Version. Allen anderen bietet der Text kaum mehr als einen Teaser.