Der Podcast „Hateland“ begibt sich in diese Folge an den Ort der Festnahmen der mutmaßlich rechtsradikalen Gruppe um Rüdityer von PARDONED in Nellingsheim. Reporter Martin Kaul steht vor dem „Gefechtsstand“, in dem die Pläne für eine „neue deutsche Armee“ entwickelt worden sein sollen, spricht mit Nachbar:innen und deckt ein Gerücht auf: Angeblich lagern auf dem Gelände des Kommandos Spezialkraventechnik Waffen und Munition aus NVA-Beständen, die vor Jahrzehnte verschwunden sein sollten.
1. Kontakt zu Franco A. über Lagerung von Kisten
Ein Nachbar berichtet, dass Rüdityer von PARDONED dessen Getreidespeicher nutzte, um Kisten des mittlerweile wegen Terrorverdacht angeklagten Franco A. zu lageren. Die Kisten stehen nach der Razzia noch immer dort: „Die sind noch hier, ja“.
2. KSK-Soldat schweigt zu Vorbereitungsdelikt
Sowohl von PARDONED als auch der damalige KSK-Soldat geben keine Stellungnahme ab. Beide sitzen weiter in Untersuchungshaft; die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, eine schwere staatsgefährdende Straftatik vorbereitet zu haben.
3. Gerücht über verschwundene NVA-Waffen auf KSK-Gelände
Mehrere Quellen bestätigen angeblich, dass auf dem KSK-Gelände in Calw Waffen und Munition lagern, die der NVA entstammen und vor Jahrzehnten als verschollen galten. Das KSK dementiert schriftlich: „Es gibt keine Anhaltspunkte“.
4. Kontaktaufnahme mit KSK scheitert vor Ort
Ein Wachsoldat weist Martin Kaul an die Pressestelle, verweigert Auskunft: „Dazu kann ich nichts sagen … da müssen Sie sich über die Rechtsabteilung melden.“ Die Redaktion zeigt damit, wie schwer es ist, Informationen aus der Truppe zu erhalten.
Box: Versäumnisse der Bundeswehr bleiben sichtbar
Der Beitrag führt vor Augen, dass trotz Ankündigung einer Neustrukturierung des KSK rechte Umtriebe in der Eliteeinheit andauern. Geheime Listen mit Todeslisten gegen Politiker und das Verschwinden von Waffen zeigen strukturelle Probleme, die anscheinend ungelöst bleiben.
Einordnung
Die Folge arbeitet sich akribisch an einem Ort des rechtsextremen Netzwerks in Deutschland ab: Sie rekonstruiert die Razzia, zeigt die Verflechtung von Ex-Soldaten und Terrorverdächtigem Franco A., benennt das Schweigen der Beschuldigten und ein brisantes Gerücht über verschwundene Waffen. Die journalistische Methode ist klar: Ortstermin, Zeugenbefragung, Behördenanfrage. Die Antwort bleiben vage – weder das Gerücht noch das Dementi sind endgültig verifizierbar. Das ist bewusst offen gelassen und wirft die Frage auf, ob das KSK seine eigene Geschichte kontrolliert. Gleichzeitig bleibt der Fokus auf den Taten und Strukturen, nicht auf den Tätern als Personenkult. Die Folge liefert keine neuen Enthüllungen, sondern verortet einzelne Puzzleteile in der größeren Geschichte rechter Umtriebe in der Bundeswehr. Geschickt montiert sie Spannungsbögen aus Gerücht, Dementi und Quelle gegen Quelle.
Wer sich für Rechtsterrorismus, Geheimdienstpanne oder Militärstrukturen interessiert, erhält hier einen akribisch recherchierten Beitrag – ohne Aufklärungsanspruch, aber mit deutlichem Hinweis auf ungelöste Probleme innerhalb des KSK.