Zusammenfassung
Die AfD-Fraktion fragt in einer Kleinen Anfrage nach der Lage der etwa zwei Millionen Christen im Sudan, die seit dem Bürgerkrieg 2023 zwischen SAF und RSF gezielten Übergriffen, Vertreibungen und Einschränkungen der Religionsfreiheit ausgesetzt sein sollen. Konkrete Zahlen zu Gewaltakten, Angriffen auf Kirchen und Zwangskonversionen werden ebenso erfragt wie Maßnahmen der Bundesregierung zum Schutz dieser Minderheit. Zudem werden Daten zu sudanesischen Asylbewerbern in Deutschland seit 2017 abgefragt, darunter Religionszugehörigkeit und Rückführungsquoten.
Einordnung
Die Anfrage konstruiert ein narratives Framing, das die systematische Verfolgung christlicher Minderheiten im Sudan als zentrales Thema rahmt – ohne jedoch konkrete eigene Quellen oder Gewichtung der Vorwürfe vorzunehmen. Sie nutzt dabei selektiv internationale Berichte (Open Doors, USCIRF) und stellt eine direkte Verbindung zwischen humanitärer Krise und religiöser Verfolgung her, ohne diese Kausalität sachlich zu belegen. Die Fragestellung suggeriert durch gezielte Nachfragen nach „Zwangsbekehrungen“ und „Skla- verei“ ein Muster gezielter antisemitischer oder anti-christlicher Gewalt, das jedoch durch die angeführten Quellen nicht pauschal gedeckt ist. Die Bundesregierung könnte die Anfrage dazu nutzen, um ihre Außenpolitik gegenüber dem Sudan zu rechtfertigen oder Defizite in der humanitären Dokumentation zu benennen. Unklar bliebe, ob die Fragen der Transparenz oder einer politischen Instrumentalisierung religiöser Konflikte dienen.