Der Autor, sonst ein scharfer liberaler Polemiker gegen autoritäre Tendenzen in den USA, wechselt überraschend den Fokus: Er verteidigt den neoliberalen Vordenker Milton Friedman gegen ein doppeltes Zerrbild. Die Linke dämonisiere ihn pauschal als Architekten des Autoritarismus, die Rechte kanonisiere ihn unkritisch. Der Autor betont, selbst kein „Friedmanite“ zu sein, sondern aus libertärer und Bitcoin-Ecke zu kommen. Die Argumentation bleibt im vorliegenden Ausschnitt aber eine Ankündigung; die eigentliche Verteidigung fehlt.

Der Bruch mit den sonstigen Themen ist auffällig. Die Verteidigung eines oft mit sozialer Kälte assoziierten Ökonomen könnte als Versuch gelesen werden, liberale Lager zusammenzuführen. Das offenbart eine implizite Annahme: Eine präzise historische Einordnung Friedmans sei nötig für heutige politische Bündnisse. Ausgeblendet bleibt, dass Friedmans Ideen realpolitische Folgen hatten, die nicht nur auf Missverständnissen beruhen.

Der Newsletter ist nur für Leser:innen interessant, die eine ausführliche ideengeschichtliche Ehrenrettung Friedmans erwarten. Allen anderen bietet die knappe Einleitung zu wenig Substanz für eine Leseempfehlung.