Der "Haken dran"-Podcast der c't fragt in der Episode "Ich will kein Banger sein!" danach, wie Jugendliche heute das Internet nutzen, wobei eine Studie des Statistischen Bundesamts angeblich zeige, dass sich daran kaum etwas geändert habe. Die Moderation führt ein lockeres Gespräch über fragwürdige Social-Media-Awards (Instagram Rings, TikTok Awards, Ex-Banger), die laut Carsta Maria Müller (Managing Director bei Baby Gut Business, Ex-Meta) vor allem PR-Eigenbeteiligung seien, Urheberrechtsverletzungen begünstigten und originäre Kreativität schmälerten. Weiterhin bespricht das Duo die kurzfristige lila-Profilbild-Aktion vor dem G20-Gipfel in Südafrika, die auf drastisch gestiegene Femizide aufmerksam machen soll. Hinweise zur Nutzung von WhatsApp Channels durch Eltern, TikToks Zensur von Emojis und Meldungen um einen neuen Tesla Roadster runden die Folge ab. ### Awards seien PR-Notlösungen mit liebloser Jury Carsta argumentiert, die Plattform-Preise entstünden aus internen Quartalszielen: „Die PR Abteilung hat gesagt, wir müssen jetzt mal was machen … letztendlich sehe ich das als verspurte PR-Nummer.“ Die Jury-Selektion wirke willkürlich, viele prämierte Inhalte seien offensichtlich geklaut („Tweet klauen ist kein Kavaliersdelikt“). ### Urheberrecht im Content-Dschungel kaum durchsetzbar Die Expertin betont, im Content-Bereich gebe es „kein Urheberrecht“; kurze Witze oder Meme erreichten in Deutschland keine Schöpfungshöhe. Die Folge: Beliebige Kopien würden mit Auszeichnungen geadelt, während originelle Ersteller:innen leer ausgingen. ### Studie: Jugendliche Online-Zeit stagniere Die Gastgeber verweisen auf eine neue Statistik des Statistischen Bundesamts, wonach Jugendliche heute „nicht viel mehr“ Zeit im Netz verbrächten als vor zwölf Jahren. Konkrete Zahlen oder Studiendetails bleiben jedoch aus, sodass die Aussage im Raum steht, ohne weiter belegt zu werden. ### Lila Profilbilder als Solidaritätsaktion gegen Femizide Viele Nutzer:innen färben kurz vor dem G20-Gipel in Südafrika ihre Avatare lila, um auf einen Anstieg der Femizide um 84 % innerhalb eines Jahres hinzuweisen. Die Organisatorin „Women for Change“ möchte so Druck auf die Politik ausüben. ### TikTok filtert Emojis, um rechtsextreme Codes zu erschweren Die Plattform sperrt nach Podcast-Angaben einzelne Emojis in Kommentaren, weil Rechtsextreme sie als Erkennungszeichen nutzten. Details zu den betroffenen Symbolen oder der Effektivität der Maßnahme bleiben vage. ## Einordnung Die Sendung wirkt wie ein lockerer Plausch, der zwischen Banter und PR-Kritik pendelt. Die Moderator:innen verzichten auf Recherche-Tiefe: Zahlen zur Studie, zur Femizid-Statistik oder zu TikToks Emoji-Filter werden nicht geliefert, Quellen bleiben ungenannt. Stattdessen dominieren subjektive Eindrücke („Ich will kein Banger sein!“) und wiederholte Schleifen, was den Eindruck erweckt, Inhalt und Spieldauer per Copy-and-Paste zu strecken. Kritische Perspektiven fehlen: Weder kommen Betroffene aus Südafrika zu Wort, noch Creator:innen, die von Urheberrechtslücken profitieren oder darunter leiden. So bleibt die Folge unterhaltsam, aber journalistisch dünn – eine typische Social-Media-Update-Runde, die sich selbst nicht als investigativ versteht und es auch nicht sein muss, wenn sie als Unterhaltungsformat fungiert.