Die Episode "PEP Basics" des Carl-Auer-Sounds-of-Science-Podcasts wirbt für die Kurz-Weiterbildung „Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie“ (PEP). Stefanie Kirschbaum (Diplom-Psychologin, PEP-Trainerin) und Benjamin Hinz (Hypnotherapeut) berichten, wie sie das achtstündige Format in Kitas und Schulen einsetzen, um Erzieher:innen, Lehrkräfte und Kinder mit Klopftechniken zur Selbstregulation zu befähigen. Michael Bohne, Arzt und PEP-Entwickler, erklärt die wissenschaftliche Fundierung und grenzt PEP von „Heilsversprechen“ anderer Klopfmethoden ab. Die Gesprächsteilnehmenden betonen, dass die Technik sofort anwendbar sei und positive Mitnahmeeffekte in ganzen Systemen auslöse.

Klopftechnik soll Angst und Stress in Kitas und Schulen schnell reduzieren

Kirschbaum berichtet, dass bereits Kindergartenkinder nach wenigen Minuten lernen könnten, sich selbst zu beruhigen. Ein Junge habe nach dem Erlernen der Technik seinen Angst-Flur alleine bewältigt. „Der Junge hat das dann tatsächlich geklopft und hat dann stolz erzählt, dass er eben jetzt alleine diesen Flur entlang geht.“

Acht Stunden reichen aus, um pädagogische Fachkräfte zu qualifizieren

Das Curriculum „PEP Basics“ bestehe aus lediglich zweimal vier Stunden. Die Teilnehmenden könnten danach sofort loslegen und hätten schon nach 14 Tagen Erfolge berichtet. „Wir bieten den ersten Workshop an, vier Stunden, danach können die Erzieherinnen, die Lehrerinnen … sofort loslegen und klopfen.“

Systemische Wirkung entsteht durch Einbindung aller Akteure

Hinz beschreibt, dass die Methode besonders dann greife, wenn möglichst viele Personen eines Systems – Kolleg:innen, Eltern, Kinder – mit Klopftechniken vertraut seien. „Wir schauen, dass so viele Beteiligte wie möglich davon profitieren.“

Klopfen funktioniere in 80–90 % der Fälle – bei Versagen gebe es Lösungsblockaden

Bohne räumt ein, dass die Technik in 10–20 % der Fälle versage. Dann seien tiefergehende „Big Five Lösungsblockaden“ zu behandeln, die im achtstündigen Format jedoch nicht gelehrt würden. „In 10 bis 20 % der Situationen wird das Klopfen nicht weiterführen, das ist gar nicht schlimm, das ist normal.“

PEP werde als „Demokratisierung von Psychotherapie“ vermarktet

Bohne spricht von einer „Demokratisierung von Psychotherapie und emotionaler Selbstregulation“. Die niedrigschwellige Verbreitung in Kitas und Schulen diene dazu, möglichst viele Menschen schnell zu erreichen.

Einordnung

Die Sendung wirkt wie ein durchgeplantes Marketing-Gespräch: Drei Vertreter:innen desselben Anbieter-Netzwerks loben gemeinsam ein bezahltes Weiterbildungsformat, ohne kritische Gegenstimmen. Wissenschaftliche Evidenz wird lediglich behauptet („Hirnforschung“), nicht präsentiert; mögliche Risiken oder Grenzen der Methode werden zwar erwähnt, aber sofort relativiert. Die Reduktion psychischer Belastung auf acht Stunden Klopfkurs mutet verkürzt an. Besonders problematisch: Die Vermischung von Selbstfürsorge für Erwachsene und direkter Arbeit mit vulnerablen Kindern ohne therapeutische Qualifikation. Die Episode dient primär der Kundenakquise – journalistische Distanz sucht man vergebens.

Hörwarnung: Wer fundierte Informationen zu Trauma-Pädagogik oder Evidenz-basierter Emotionsregulation sucht, wird hier nicht fündig; wer acht Stunden Werbung für ein bezahltes Seminar ertragen möchte, kann reinhören.