In dieser Folge des IQ-Podcasts geht es um den aktuellen Stand der KI-Chatbots. Gastgeber Stefan Geier und der Journalist Gregor Schmalzried besprechen die Unterschiede zwischen Angeboten wie ChatGPT, Gemini und Claude. Sie gehen von der Annahme aus, dass das Feld sich so schnell entwickelt, dass eine pauschale Bestenliste kaum möglich sei. Der Wettbewerb der Unternehmen wird als treibende Kraft für Innovation dargestellt, und die zunehmende Integration von KI in den Alltag gilt als unausweichlich. Die Diskussion konzentriere sich darauf, was die Chatbots leisten können und wie Nutzer:innen das für sich passende Werkzeug finden.

Zentrale Punkte

  • Der beste Chatbot ist Geschmackssache Die Bewertung, welcher Chatbot am besten sei, hänge stark von persönlichen Vorlieben und dem gewünschten „Gefühl“ ab. Während sich manche ein kühleres, stärker kontrollierbares Verhalten wünschten, bevorzugten andere einen Chatbot, der persönlicher wirke. Harte Messwerte seien rar, da es keine einfache Kennzahl wie bei einer Festplatte gebe.
  • Spezialisierte Stärken der großen Drei Google Gemini sei besonders gut bei Fragen zur physischen Welt, da es auf einen riesigen Datenpool von YouTube-Tutorials zurückgreife. Claude von Anthropic sei führend bei Büroarbeit und Textanalyse. ChatGPT sehe Gregor Schmalzried als starken Allrounder mit einer leistungsfähigen Internet-Recherche, die in der Bezahlversion besonders zum Tragen komme.
  • Umstieg auf agentisches Arbeiten Die nächste Entwicklungsstufe sei das „agentische Arbeiten“. Dabei bekomme die KI eine komplexe Aufgabe, erstelle selbstständig einen Plan und korrigiere eigene Fehler. Claude sei hier aktuell führend. Das erfordere, dass die KI ihr Verhalten hinterfragen könne, statt nur auf Eingaben zu reagieren.

Einordnung

Die Episode liefert einen informierten und zugänglichen Überblick über den Markt der großen KI-Chatbots. Die Stärke liegt in der Entzauberung einfacher Rankings. Gregor Schmalzried kann als langjähriger Beobachter eigene Nutzungserfahrungen einbringen und unterscheidet klar nach Anwendungsfeldern, statt sich in technischen Details zu verlieren. Das Gespräch zeigt überzeugend, dass die Bewertung der Tools immer eine Frage des Zwecks und der persönlichen Präferenz ist.

Kritisch bleibt, dass die wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmung kaum hinterfragt wird. Dass sich die Entwicklung primär an den Bedürfnissen von Unternehmen und Investmentbanken orientiert – was Schmalzried selbst am Beispiel der oft „blutleeren“ Textstile beschreibt –, wird als gegebener Marktmechanismus akzeptiert, nicht als gestaltbare Entscheidung. Die Konzentration auf US-Konzerne und deren Geschäftsmodelle, inklusive der Bezahlschranken für bessere Leistung, wird erwähnt, aber nicht weiter problematisiert. Fragen nach Ressourcenverbrauch, Arbeitsplatzverlust oder geopolitischen Abhängigkeiten, die mit dieser Marktentwicklung einhergehen, bleiben ausgeklammert.

Hörempfehlung: Für alle, die sich einen ersten Überblick über die Unterschiede zwischen ChatGPT, Claude und Gemini verschaffen und verstehen wollen, dass die Wahl des „besten“ Chatbots vom konkreten Anwendungsfall abhängt.

Sprecher:innen

  • Stefan Geier – Host der Folge im Wissenschaftspodcast IQ
  • Gregor Schmalzried – Host des KI-Podcasts der ARD und Fachjournalist für Künstliche Intelligenz