Der News-Podcast Table Today widmet sich den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des Hitzesommers 2026. Die Moderatoren Nina Annika Klotz und Stefan Braun sprechen mit dem ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski, dem Prognos-Forscher Lukas Sander und der BDI-Bereichsleiterin Uta Maria Pfeiffer.
Die Episode setzt einen klaren wirtschaftlichen Schwerpunkt: Hitze wird vor allem als Kostenfaktor für Wachstum, Produktivität und Lieferketten verhandelt. Gesellschaftliche Folgen wie Gesundheit oder soziale Ungleichheit werden nur am Rande angesprochen. Brzeski schätze, der Sommer habe 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte Wachstum gekostet; Sander beziffere einen Hitzetag über 35 Grad auf fast eine Milliarde Euro Verlust.
Zentrale Punkte
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Hitze kostet Wirtschaftswachstum Carsten Brzeski schätze, der Hitzesommer habe das deutsche Jahreswachstum um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte gedrückt. Niedrige Rheinpegel, Waldbrände und ausgefallene Kühlung von Kraftwerken hätten Produktion und Logistik belastet.
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Produktivität sinkt ab 25 Grad Lukas Sander erläutere, dass ab 25 Grad die Leistungsfähigkeit pro zusätzlichem Grad um etwa zwei Prozent abnehme. Ein einzelner Hitzetag über 35 Grad koste rund 984 Millionen Euro, fast alles durch geringere Produktivität.
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Niedrigwasser trifft die Industrie Uta Maria Pfeiffer beschreibe den Rhein als zentrale Transport- und Kühlwasserader. Unternehmen hätten seit 2018 Lagerkapazitäten aufgebaut, vom Staat vermisse sie ein Krisenpapier Niedrigwasser.
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Wer zahlt den Hitzeschutz? Die Moderation frage, wie Hitzeschutzkonzepte finanziert werden sollen. Länder und Kommunen seien zuständig, gefordert werde eine nationale Strategie. Offen bleibe, ob Unternehmen wie Klimaanlagenhersteller stärker herangezogen werden.
Einordnung
Die Episode liefert konkrete Zahlen und holt Expertise aus Ökonomie, Forschung und Industrie ein. Sie benennt Wirkungskanäle wie Krankmeldungen, Unfälle und Leistungsabfall und fragt nach Verantwortung und Finanzierung. Das ist solide recherchiert und gibt einen guten Überblick über die ökonomischen Folgen von Hitze.
Der Blick bleibt stark wirtschaftlich. Hitze wird vor allem als Produktivitäts- und Wachstumsproblem gerahmt; Gesundheit, soziale Folgen und ungleiche Betroffenheit kommen nur am Rand vor. Arbeitnehmer:innen, ältere Menschen oder Kommunen, die Hitzeschutz umsetzen müssen, werden nicht selbst gehört. Klimaanpassung erscheint überwiegend als betriebswirtschaftliches Risikomanagement, strukturelle Ursachen und Klimaschutz treten zurück. Das Zitat von Uta Maria Pfeiffer, der Staat solle ein „Krisenpapier Niedrigwasser“ vorlegen, zeigt die Blickrichtung: Unternehmen werden als vorbereitet dargestellt, der Staat als säumig – während die Frage, wer die Anpassungslasten trägt, im Vagen bleibt.
Hörempfehlung: Für alle, die verstehen wollen, wie Klimafolgen ökonomisch gemessen werden und welche Anpassungsdebatten in Wirtschaft und Politik laufen.
Sprecher:innen
- Nina Annika Klotz – Moderatorin, Table Today
- Stefan Braun – Moderator, Table Today
- Carsten Brzeski – Chefvolkswirt, ING
- Lukas Sander – Senior Projektleiter Klimaanpassung, Prognos AG
- Uta Maria Pfeiffer – Bereichsleiterin Energie, Mobilität und Umwelt, BDI