Die Filmanalyse: Ep. 286: Ein Film wie Joe Biden: THE TRIAL OF THE CHICAGO 7 - Kritik & Analyse
Die Filmanalyse zerlegt „The Trial of the Chicago 7“ als handzahmes Kino, das strukturelle Probleme zugunsten von Kitsch ignoriert.
Die Filmanalyse
16 min read933 min audioIn dieser Episode der *Filmanalyse* bespricht Wolfgang M. Schmitt den Netflix-Film „The Trial of the Chicago 7“ von Aaron Sorkin. Die Rezension geht über eine rein ästhetische Bewertung hinaus und verhandelt den Film als Symptom der politischen Gegenwart der USA.
Dabei wird kritisiert, wie radikaler Aktivismus filmisch entschärft und für einen bürgerlichen Mainstream passförmig gemacht werde. Die Analyse beleuchtet, welche politischen Prämissen das liberale Hollywood unhinterfragt als Lösung präsentiere.
### Zentrale Punkte
* **Handwerkliche Banalität**
Schmitt argumentiere, der Film gleiche einer platten Anleitung fürs Drehbuchschreiben. Sorkin arbeite historische Konflikte durch Hollywood-Klischees und Kitsch ab, statt echte Charaktertiefe zu schaffen.
* **Entpolitisierung durch Konsens**
Die Erzählung reduziere strukturelle Probleme auf einen bösen Richter als Trump-Ersatz, so Schmitt. Linke Ziele würden zugunsten eines rein patriotischen Endes und bürgerlicher Harmonie ausradiert.
### Einordnung
Die Episode dekonstruiert scharf filmische Erzähllogiken. Präzise wird aufgezeigt, wie Hollywood strukturelle Konflikte als Verfehlung einzelner Figuren rahme, um zentristischen Patriotismus als selbstverständliche Lösung zu setzen. Kritisch ist anzumerken, dass die Gleichsetzung dieses einen Films mit dem gesamten demokratischen Establishment stark verallgemeinert und alternative Perspektiven innerhalb der US-Kulturproduktion unerwähnt bleiben.
**Hörempfehlung**: Lohnenswert für alle, die sich für Ideologiekritik im Mainstream-Kino interessieren und verstehen wollen, wie Popkultur politische Konflikte entschärft.
### Sprecher:innen
* **Wolfgang M. Schmitt** – Filmkritiker und Moderator der Filmanalyse
* **Sprecher:in 2** – Werbestimme (WISO Steuer)