In dieser Q&A-Ausgabe der Filmanalyse Plus widmet sich Wolfgang M. Schmitt den Bedingungen des Kinogehens und der Darstellung von Künstler:innen im Film. Er kritisiert die zunehmende Ökonomisierung von Kinoräumlichkeiten und wendet sich dann fundamental gegen das Biopic-Genre. Dieses reproduziere angeblich unhinterfragt Genieerzählungen und banale Privatleben, anstatt die eigentliche künstlerische Arbeit sichtbar zu machen.

Zentrale Punkte

  • Kinokultur zwischen Kommerz und Not Schmitt beklage, dass Arthouse-Kinos aus ökonomischer Not zunehmend Mainstream zeigten, während Multiplex-Kinos bei Grundkomfort wie Heizung sparten. Event-Kino mit Bedienung lehne er ab; im Zentrum solle das Filmerlebnis stehen.

  • Das Problem der Biopic-Erzählung Biopics würden kritiklos alte Genieerzählungen fortsetzen und sich auf banale Privatskandale oder Leidenswege konzentrieren. Das eigentliche Arbeiten der Künstler:innen bleibe unsichtbar, was Schmitt als grundlegendes Defizit des Genres markiere.

Einordnung

Die Episode liefert eine präzise Analyse der Erzählmuster von Biopics und deckt auf, wie sehr diese auf Klischees und bürgerliche Sensationen reduziert sind. Schmitts Stärke liegt darin, die Ausblendung des Arbeitsprozesses als strukturelle Setzung zu entlarven. Schwächen zeigt die Kritik an wütenden Senioren im Kino, die eher persönliche Befindlichkeit bleibt. Die ökonomische Not der Kinos wird als Erklärung genannt, aber nicht weiter reflektiert.

Sprecher:innen

  • Wolfgang M. Schmitt – Filmkritiker und Autor der Filmanalyse