Der Deutschland-Kurier-Reporter Johannes Schüller interviewe in Schleife (Sachsen) Anwohner:innen zu einem angeblichen Vorfall an der örtlichen Oberschule, bei dem Aktivist:innen angeblich pornografisches Material und anti-AfD-Propaganda an Schüler:innen verteilt hätten.
"Non-binäre Aktivist:innen" hätten Schüler:innen pornografisches Material aufgezwungen
Der Reporter behaupte, es habe sich um "verstörendes pornographisches, homosexuelles Material und Hetze gegen die AfD" gehandelt, das "mitten im Unterricht" präsentiert worden sei. Er frage: "Da ging es ja darum, dass sozusagen homosexuelles pornographisches Material ausgelegt wurde, politisches Material."
Eine "Woke-Indoktrination" setze bereits im Kindergarten ein
Ein Befragter behaupte, es gebe eine systematische Indoktrination: "Diese ganze Woke-Scheiße und alles, also es ist... die fangen im Kindergarten schon an, die Kinder zu indoktrinieren." Diese Einschätzung werde vom Reporter nicht hinterfragt, sondern durch unkommentierte Übernahme legitimiert.
Linke NGOs missbrauchten Schulen als Vehikel für Ideologie
Interviewte bezeichneten die Aktivist:innen als "steuerfinanzierte Bekloppte" und behaupteten, diese seien "gezielt hergekommen, um in Anführungsstrichen ihre Ideologie zu verteilen". Die Anwesenheit von NGOs zu Geschlechterthemen werde als unzulässige "Parteipolitik" bewertet, die an Schulen nichts verloren habe.
Systemische Wahlmanipulation werde vermutet
Eine Befragte äußere Zweifel an der Demokratie: "Da müssen auch da nachgehen, dass die die Stimmen richtig ausgezählt werden und nicht das betrogen werden". Sie behaupte, beim BSW seien "9.000 Stimmen" nicht richtig gezählt worden – eine Verschwörungsbehauptung, die der Reporter unkommentiert stehen lasse.
Politische Eliten agierten bewusst gegen das "kleine Volk"
Mehrere Interviewte reproduzierten eine Elitenkritik: "Die haben doch den totalen Realitätsverlust, die da oben". Es werde behauptet, Politiker:innen mit "40.000 im Monat" Gehalt verachteten "den kleinen Arbeiter mit Buckeln", während Steuergelder für "Gleichgeschlechtlichkeit in Indien" verschwendet würden.
Einordnung
Das Video inszeniere eine einseitige Empörungsdynamik durch selektive Straßeninterviews. Der Reporter agiere als Agenda-Setter, der mit suggestiven Fragen ("Haben solche Themen überhaupt was an der Schule zu suchen?") die gewünschten Antworten einfange, während er die schwerwiegenden Behauptungen über pornografische Inhalte weder verifiziere noch hinterfrage. Visuell suggeriere das Mikrofon mit Logo vor dem Schulgebäude journalistische Seriosität, doch inhaltlich fehlten sämtliche Gegenstimmen: Weder Vertreter:innen der Schule, der angeblichen Aktivist:innen noch betroffene Schüler:innen kämen zu Wort. Die Auswahl der Interviewten spiegele ausschließlich AfD-sympathisierende oder systemkritische Positionen wider. Durch die unkommentierte Übernahme von Diffamierungen wie "Woke-Scheiße" oder "steuerfinanzierte Bekloppte" werde aggressive Sprache normalisiert. Die Erzählstruktur folge einem rechten Verschwörungsmuster der "Indoktrination" durch eine entfremdete Elite, wobei der Kulturkampf um Geschlechterpolitik und die Delegitimierung demokratischer Institutionen zentral gesetzt würden. Das Video diene somit als Stimmungsmache-Instrument, das durch vorgebliche Bürger:innennähe Authentizität beanspruche, in Wahrheit aber eine ge