Zusammenfassung

Die AfD fragt in 47 Punkten nach den Zielen, der Zusammensetzung und den konkreten Ergebnissen der Chinareise von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) im Mai 2026. Im Zentrum stehen Wissenslücken zu Delegationsaufbau (Großunternehmen, KMU, Start-ups), geführten Gesprächen (Regierung, Unternehmen, Verbände) und erzielten Vereinbarungen bei kritischen Rohstoffen oder Pharmazeutika. Zudem werden Risiken durch Chinas Dominanz in Lieferketten (Rohstoffe, Medikamente, Agrarvorleistungen) thematisiert und die deutsche Verhandlungsposition in Brüssel hinterfragt. Kritisch hinterfragt die Partei auch, ob strukturelle Standortnachteile (Energiepreise, Bürokratie) die Abhängigkeitsverringerung behindern und welche konkreten Maßnahmen die Bundesregierung plant.

Einordnung

Die AfD nutzt die Anfrage, um grundsätzliche Abhängigkeiten Deutschlands von China zu skandalisieren und die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung infrage zu stellen. Durch detaillierte Fragen zu Delegation und Ergebnissen wird der Fokus auf mögliche Ineffektivität der Reise gelegt, während Standortprobleme als zentrale Ursache für Wettbewerbsnachteile betont werden. Die Partei greift dabei reale Debatten um Versorgungssicherheit auf, inszeniert diese jedoch als „Versagen“ der Ampel-Nachfolger-Regierung – ohne eigene Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Die Fragen zu EU-Verhandlungspositionen zielen darauf ab, deutsches Engagement in Brüssel als zu lasch darzustellen. Die AfD bedient damit ein narratives Muster, das Chinas Einfluss als ungebührlichen Druckfehler deutscher Politik framet, ohne Chinas systemische Wirtschaftspolitik zu benennen.