Zusammenfassung
Die Fraktion der AfD fragt in einer Kleinen Anfrage nach detaillierten demografischen Daten zu Geburten, Lebend-, Tot- und Fehlgeburten in Deutschland für den Zeitraum 2016 bis 2025. Die Fragen umfassen die Entwicklung der Geburtenzahlen und -ziffern, aufgeschlüsselt nach Bundesländern, Staatsangehörigkeit der Mütter (deutsch/ausländisch) sowie Altersstruktur. Zudem werden Daten zu Fehlgeburten nach ICD-Codes, Schwangerschaftsfeststellungen und -überwachungen abgefragt. Besonders auffällig ist die mehrfache Unterteilung der Geburtenziffern nach Herkunftsgruppen, darunter explizit muslimische und afrikanische Länder. Die Anfrage zielt darauf ab, mögliche Erkenntnislücken in der Datenerfassung zu identifizieren.
Einordnung
Der Fokus auf Geburtenziffern nach ethnischen oder religiösen Kriterien wirft Fragen nach dem Erkenntnisinteresse auf. Möglicherweise könnte die AfD damit einen Zusammenhang zwischen Migration und demografischem Wandel konstruieren, um migrationskritische Narrative zu untermauern. Die detaillierte Aufschlüsselung nach Herkunftsländern oder religiösen Zuschreibungen (z. B. „mehrheitlich muslimische Länder“) legt nahe, dass hier gezielt bestimmte Gruppen ins Visier genommen werden könnten, um politische Schlussfolgerungen vorzubereiten. Fraglich wäre, ob solche Daten tatsächlich systematisch erhoben werden oder ob die Anfrage primär auf eine symbolische Debattenführung abzielt. Zudem könnte die Frage nach Fehlgeburten nach ICD-Codes darauf abzielen, mögliche gesundheitspolitische Risiken bei bestimmten Gruppen zu betonen – allerdings ohne erkennbaren sachlichen Kontext. Die Anfrage folgt damit einem klassischen Muster rechtspopulistischer Datenabfragen: Sie erscheint auf den ersten Blick sachlich, nutzt aber selektive Statistiken, um migrationspolitische Agenden voranzutreiben.