Die Antifanachrichten sind ein wöchentliches Format freier Radios, das sich als antifaschistisches Nachrichtenangebot versteht. In dieser Ausgabe tragen zwei Moderator:innen im Wechsel Meldungen zu laufenden Gerichtsprozessen gegen Antifaschist:innen, neuen Gesetzesvorhaben und rechten Strukturen vor. Die Beiträge seien als „Ladung Antifaschismus“ gerahmt; das „Wir“ der Sendung markiere eine gemeinsame politische Haltung, die sich gegen Rassismus, rechte Gewalt und staatliche Repression stelle. Als unhinterfragte Prämisse gelte dabei, dass rechte Strukturen grundsätzlich mit Gegenwehr zu beantworten seien und staatliche Maßnahmen kritisch auf ihre Grundrechtseingriffe hin befragt werden müssten.

Zentrale Punkte

  • EU forciert Abschiebungen und Überwachung Eine geplante EU-Verordnung solle Abschiebungen beschleunigen und Zugriffe in Wohnungen erleichtern. Zivilgesellschaftliche Gruppen warnten vor Racial Profiling und wachsender Angst in betroffenen Communities; die Verordnung reihe sich in eine Politik ein, die Abschiebungen als Standardweg etabliere.
  • Rechte Strukturen in Sachsen gewinnen an Boden Eine neue Analyse namens „Sachsen rechts unten 2025“ zeige, dass Neonazis gezielt Proteste gegen CSDs nutzten, um breitere Anschlussfähigkeit zu erreichen. Gleichzeitig behinderten lokale AfD-Vertreter:innen Maßnahmen gegen die Neonazigruppe Hochlandjugend, indem sie deren Aktivitäten als bloße Sachbeschädigungen herunterspielten.

Einordnung

Die Episode funktioniert als kompaktes Nachrichtenbulletin aus einer klar antifaschistischen Perspektive. Ihre Stärke liegt in der Bündelung von Meldungen, die in etablierten Medien oft wenig Raum finden: etwa die kritische Einordnung der EU-Abschiebeverordnung oder die Dokumentation von Opfern rechter Gewalt. Die Gedenkpassagen zu Ilma Wondwossen und Eberhard Tenstedt machen die langen Kontinuitäten rechter Gewalt seit 1990 sichtbar – ein wertvoller Beitrag zur Gegenöffentlichkeit.

Das Format verbleibt jedoch durchgehend in seiner eigenen politischen Blase. Begriffe wie „antifaschistisch“ oder „rechte Gewalt“ werden als selbsterklärend verwendet, nicht erläutert oder kontextualisiert. Die Doppelmoderation erzeugt eine Echokammer, in der Positionen nie hinterfragt oder gegeneinander abgewogen werden. Für Hörer:innen, die nicht bereits im linken Spektrum verortet sind, bleibt der Zugang dadurch erschwert – es fehlt an einordnender Erklärung, die mehr wäre als die Wiederholung der eigenen Grundsätze. Zudem werden staatliche Maßnahmen pauschal unter den Verdacht der Repression gestellt, ohne dass differenzierte Abwägungen zwischen Sicherheitsinteressen und Grundrechtsschutz vorkämen.

Sprecher:innen

  • Speaker 2 – Moderator:in der Antifanachrichten, Teil eines freien Radio-Kollektivs
  • Speaker 3 – Co-Moderator:in, ebenfalls Teil des antifaschistischen Radio-Kollektivs