Zusammenfassung

Die Fraktion Die Linke fragt in einer Kleinen Anfrage nach Umfang, Art und Zielsetzung von Tierversuchen bei der Bundeswehr von 2020 bis 2025. Im Zentrum stehen soll die systematische Aufklärung über durchgeführte Experimente, getötete Tiere nach Arten und Schweregraden sowie die Verwendung öffentlicher Mittel. Zudem wird nach sogenannten Live Tissue Trainings (LTT) gefragt, bei denen lebende Tiere wie Schweine verstümmelt werden, um Kriegsverletzungen zu simulieren. Die Anfrage nimmt Bezug auf frühere unzureichende Antworten der Bundesregierung und problematisiert den Widerspruch zwischen militärischer Aufrüstung und Tierschutz. Konkrete Fragen zielen auf eine lückenlose Offenlegung von Genehmigungsverfahren, Forschungsschwerpunkten und Plänen zur Ausweitung tiergestützter Militärforschung bis 2029 – inklusive einer möglichen Nutzung von Tieren als Kriegswaffen.

Einordnung

Um die militärische Nutzung von Tieren als politisches Narrativ zu hinterfragen, nutzt die Fraktion die Methode des systematischen Dokumentationszwangs. Angesichts historisch hoher Militärbudgets (82,7 Mrd. Euro 2026) und einer fehlenden expliziten Absage an Tierversuche im Koalitionsvertrag stellt die Anfrage den Militarisierungsprozess selbst infrage. Durch die Konzentration auf LTT und vermeintliche „lebende Drohnen“-Forschung könnte gezielt eine emotionale Debatte über die ethische Legitimität militärischer Forschung angestoßen werden. Fragwürdig bleibt, ob die Daten die These untermauern, Tierversuche nähmen in der Aufrüstungsphase zu – oder ob die Anfrage primär symbolische Transparenzforderungen formuliert. Ob die Bundesregierung konkrete Zahlen liefert, könnte darüber entscheiden, ob der Vorwurf der Verschleierung erhärtet wird oder ob routinemäßige Dokumentation (z. B. im Tierschutzbericht) entkräftet werden kann.