Brennan Lee Mulligan, Schöpfer und Game Master von "Dimension 20", erzählt, wie er 2017/18 mit einem Marktforschungs-Papier CollegeHumor-Gründer Sam Reich überzeugte, eine Actual-Play-Show zu finanzieren. Er betont, dass jede Staffel von der Geschichte her gedacht werde: "Wir wollen immer, dass die Produktion die Geschichten unterstützt, nicht umgekehrt." Neue Regel-Sets wie "Never Stop Blowing Up" würden nur ein oder zwei Testrunden erhalten, da man sich nicht als „retail-ready“ sehe. Die Post-Production arbeite mit 40-stündigem Rohmaterial pro Staffel, schneide aber nur Leerlauf und verworfene Ideen heraus, um die Balance zwischen Tisch-Atmosphäre und narrativer Immersion zu wahren. Charakter- und Setting-Namen würden live improvisiert, nur Staffel-Titel müssten vorab freigegeben werden. Mulligan gesteht, dass ihn das Showrunner-Dasein dazu bringe, bei jedem Streaming-Scroll-Vorgang „tiefe Schuld“ zu empfinden: „Jede kleine Key-Art ist das Resultat jahrelanger Arbeit.“

Einordnung

Das Format wirkt wie ein freundliches, aber professionell geführtes Behind-the-Mic-Gespräch: Shachat stellt offene, klar formulierte Fragen und lässt Mulligan in langen, ununterbrochenen Antworten ausführen. Die Redaktion verzichtet auf kritische Nachfragen, etwa warum nur eine Handvoll Designer:innen für komplexe Regelwerke zuständig ist oder wie Sensitivitätschecks bei 45 Stunden Improvisation funktionieren. Stattdessen wird der Blick auf die kreative Prozess-Ebene gelenkt – was angesichts des Unterhaltungsanspruchs des Podcasts stimmig ist, aber keine journalistische Tiefe entwickelt. Die Episode bleibt frei von problematischen Inhalten; sie ist vielmehr ein liebevoller Blick hinter die Kulissen eines erfolgreichen Actual-Play-Formates. Hörempfehlung für alle, die wissen wollen, wie man aus Tisch-Rollenspiel TV macht – mit Dirigibles, Dinos und viel Herz.