„Bern einfach" vom 22. April 2026 ist eine Kommentarsendung des Nebelspalters, die sich selbst als „größter nicht-linker Podcast der Schweiz" positioniert. Markus Somm und Dominik Feusi nehmen fünf aktuelle Themen durch – von der UBS-Regulierung bis zu den Schweizer Klimazielen. Staatliche Eingriffe und linke Politik gelten dabei durchgehend als das Problem, Deregulierung und Durchsetzungswille als die Lösung. Diese Grundhaltung wird nicht begründet, sondern als Ausgangspunkt gesetzt.
Zentrale Punkte
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UBS-Regulierung: zu viel oder gerade recht? Der Bundesrat habe neue Eigenkapitalvorschriften für die UBS beschlossen; Somm sieht das als Fehler von Finanzministerin Karin Keller-Sutter, die sich von Finma und Nationalbank habe treiben lassen, statt auf Marktlösungen zu setzen.
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Atomkraft: knappes Ja in der Kommission Die Energiekommission des Nationalrats habe mit 13 zu 12 Stimmen dem indirekten Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative zugestimmt; das Neubauverbot für AKW solle aus dem Gesetz gestrichen werden. Die Entscheidung im Nationalrat hänge an wenigen Mitte-Stimmen.
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Trump und Schweizer Zollverhandlungen Trump habe in einem CNBC-Interview das Schweizer Handelsdefizit erneut kritisiert und höhere Abgaben angedroht; die seit Ende März laufenden Zollverhandlungen seien noch immer nicht abgeschlossen.
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Klimaziele und Asylrückführungen Der Nebelspalter habe recherchiert, dass die Schweiz ihr Klimaziel 2020 laut neuerer Bundesrechnung knapp erreicht habe – ohne öffentliche Kommunikation. Zudem loben die Hosts Zürcher Regierungsrat Mario Fehrs Sonderflug zur Rückführung abgewiesener Asylsuchender nach Burundi als vorbildliche Gesetzesvollziehung.
Einordnung
Die Sendung liefert einen schnellen Überblick über mehrere tatsächliche Vorgänge und ist erkennbar aus erster Hand informiert – besonders beim Kommissionsentscheid zur Atomkraft nennt Feusi konkrete Stimmverhältnisse und Insider-Details, was echten Mehrwert bietet. Die Klimaziel-Recherche des Nebelspalters zur stillen Datenkorrektur des Bundes ist ein legitimer journalistischer Fund.
Gleichzeitig verschwimmt in der Sendung konsequent die Grenze zwischen Berichterstattung und Meinungsäußerung. Bankregulierung wird als grundsätzlich sinnlos behandelt, ohne dass Argumente für eine stärkere Eigenkapitalpflicht auch nur benannt werden. Beim Asylthema werden abgewiesene Asylsuchende ausschließlich als Vollzugsobjekte besprochen; ihre Situation bleibt unsichtbar. Besonders auffällig ist eine Passage, in der Somm im selben Atemzug das Atomkraftwerk-Budget der Schweiz mit Asylkosten vergleicht und dabei „junge afghanische Männer" mit Vergewaltigungen verknüpft – eine pauschale Kriminalisierung einer Bevölkerungsgruppe, ohne jeden Beleg und ohne dass Feusi widerspricht. Die Behauptung, andere Medien verschwiegen die korrigierten Klimadaten absichtlich, wird als Tatsache präsentiert, nicht als Hypothese.
Hörwarnung: Die Sendung enthält eine unkommentierte, pauschalisierende Aussage, die Geflüchtete aus Afghanistan kollektiv mit sexueller Gewalt in Verbindung bringt – das ist menschenfeindliche Hetze ohne Faktenbasis.
Sprecher:innen
- Markus Somm – Verleger und Chefredaktor Nebelspalter, Moderator
- Dominik Feusi – Redaktor Nebelspalter, Bundeshauskorrespondent