Blood in the Machine: AI's aesthetics of failure
Eine scharfe, linkspolitische Analyse, die das Scheitern von OpenAIs Sora als ästhetischen und moralischen Bankrott des Silicon Valleys entlarvt.
Blood in the Machine
17 min readDer vorliegende Newsletter von Brian Merchant befasst sich mit dem Scheitern von OpenAIs Videogenerator Sora und der Ästhetik von KI-Inhalten. Er argumentiert, dass die sogenannte "Slop"-Ästhetik der KI von Nutzer:innen als zutiefst abstoßend empfunden wird. Sora sei eingestellt worden, weil die Videos unnatürlich und derivativ waren. Selbst Nvidia-CEO Jensen Huang gab zu: "I don't love slop myself". Der Autor zieht eine Parallele zum gescheiterten Metaverse und sieht darin ein grundlegendes Versagen der Silicon-Valley-Ideologie.
Während früher Wert auf Design gelegt wurde, agieren heutige Tech-Monopolisten laut Merchant aus purer Profitmaximierung. KI diene nicht dazu, Menschen zu verbinden, sondern sei der Versuch der Investorenklasse, Wertschöpfung zu extrahieren und Arbeit zu ersetzen. Sora sei eine "verzerrte Spiegelvision der Welt, die das Silicon Valley mühsam hervorzubringen versucht". Im zweiten Teil druckt Merchant einen Leser:innenbrief ab, der eine "KI-Dividende" für Arbeitslose kritisiert und Entschädigungen für den Diebstahl von geistigem Eigentum fordert.
## Einordnung
Der Text ist tief in einer antikapitalistischen Perspektive verwurzelt. Merchant rahmt Künstliche Intelligenz konsequent als Herrschaftsinstrument des Kapitals. Auffällig ist die rhetorische Gleichsetzung von ästhetischem Versagen mit der moralischen Korruption der Industrie. Alternative Erklärungen für das Scheitern von Sora werden der ideologischen Kernthese untergeordnet. Die stete Vorannahme ist, dass Konzerne feindselig gegenüber den Massen agieren.
Gesellschaftlich ist der Newsletter relevant, da er einen Gegenpol zur PR-Maschinerie bildet und Machtstrukturen offenlegt. Für Leser:innen, die eine linke Kritik an der Tech-Branche suchen, ist diese Ausgabe höchst lesenswert. Wer an differenzierten Abwägungen interessiert ist, findet hier jedoch eine Lesewarnung vor, da die stark voreingenommene Haltung dominiert.