Der Unterhaltungs-Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“ behandelt in der Folge vom 24. Oktober 2025 ein buntes Melange aus Lebensstil-Themen und Politik-Kuriositäten. Eva Schulz (Zeit Online, „Deutschland 3000“, „Battle of the Nerds“) diskutiert mit Moderator:in Yasmine M’Barek u. a. über Putz-Trends („Toilettenbombe“), Julia Klöckners Telefonate mit Hasskommentar-Verfasser:innen, Friedrich März’ Differenzierung nach „guten“ und „schlechten“ Migrant:innen, fehlende Steuerentlastungen, neue US-Sanktionen gegen russische Ölkonzerne, eine Netflix-Doku über Rapper Haftbefehl und die Idee, durch den Darm Sauerstoff zuzuführen. Die Gesprächsatmosphäre ist locker, witzig, stark von persönlichen Anekdoten geprägt und journalistisch wenig tief – ein typisches Morgen-News-Unterhaltungsformat.
Toilettenbombe als Social-Media-Hype
Putz-Influencer:innen würden Millionen:innen mit „Toilettenbomben“ begeistern, berichtet Eva Schulz. Sie selbst habe noch keine benutzt, weil sie „matschige“ Konsistenzen nicht mag. „Ich verstehe die Faszination für so Cleaning Videos … aber Toilettenbomben, nein.“
Julia Klöckners Hasskommentar-Telefonate
Julia Klöckner würde während langer Autofahrten Internettroll:innen anrufen und fragen: „Wollen Sie auch, dass ihre Kinder solche Worte gebrauchen?“ Eva Schulz: „Ich finde, da ist überhaupt nichts Überwältigendes oder Verkehrtes … wenn jemand eine Telefonnummer angibt, muss er damit rechnen.“
März’ Stadtbild-Relativierung
Friedrich März habe in einem abgelesenen Statement erklärt, warum ihn Menschen „ohne dauerhaftes Aufenthaltsrecht und Arbeit“ im Stadtbild stören würden. Schulz kritisiert: „Er hat wieder Ausländer in Kontext mit Angst gesetzt … das ist das Gleiche wie die allererste Stadtbildaussage.“
Steuern, Sanktionen, Haftbefehl-Doku
Die Bundesländer sollen 33,6 Mrd. Euro Mehreinnahmen bis 2029 erhalten, während der Bund sparen muss. US-Sanktionen gegen Rosneft/Lukoil würden als Druckmittel für Frieden dienen. Die Netflix-Doku über Haftbefehl zeichne seinen „Zerfall“ und wirke „wie eine Beerdigung zu Lebzeiten“.
Atmen durch den Po
Eine klinische Studie zeige, dass Sauerstoff rektal zugeführt werden könne, wenn Atemwege blockiert seien. Eva Schulz: „Ich finde es faszinierend … was da in der Wissenschaft passiert … macht mir Hoffnung.“
Einordnung
Die Sendung ist klares Lifestyle-Radio: lockerer Smalltalk, oberflächliche Politik-Checks und ein Quäntchen Promi-Pathos. Die Moderation bleibt sympathisch, strukturiert aber kaum. Inhaltlich fallen vor allem zwei Dinge auf: Erstens die fast völlige Abwesenheit betroffener oder Expert:innen-Perspektiven – weder Geflüchtete noch Migrationsforscher:innen kommen zu Wort, stattdessen wird über sie gesprochen. Zweitens wird rechter Diskurs nicht nur referiert, sondern durch Wiederholung und pointenorientierte Wiedergabe mitgetragen; die Differenzierung März’ nach „guten“ und „schlechten“ Migrant:innen bleibt unhinterfragt stehen. Die Kritik an Klöckner fokussiert sich auf PR-Taktik, nicht auf strukturelle Probleme von Rassismus und politischem Diskurs. Dazu ein Hang zur Fetischisierung (Kärcher-Träume, „durch den Po atmen“). Alles in allem: kurzweiliger Zeitvertreib mit diskursiven Nebenwirkungen.
Hörwarnung: Wer tiefgehende Analyse oder vielfältige Perspektiven sucht, wird hier nur oberflächliche Klatsch-Runde geboten; für ein paar lockere Minuten News-Omelett reicht’s.