Die 43-minütige Sendung "Das Wochenendmagazin" mit Oumy Diallo diskutiert die geplante Tiefseebergbau-Offensive der USA und anderer Staaten. Paul Watson (Sea Shepherd) warnt: "Wenn die Ozeane sterben, sterben wir" und erklärt, dass seit 1950 die Hälfte des Phytoplanktons verschwunden sei, das 70 % unseres Sauerstoffs liefert. François Sarano betont, dass die Tiefsee ein "Territorium des Todes" werde, wenn wir dort abbauen, da sich Lebewesen dort extrem langsam vermehren – manche erst mit 40 Jahren geschlechtsreif. Beide kritisieren, dass die Ozeanboden zwar als „Gemeingut der Menschheit“ gelten, faktisch aber ein rechtsfreier Raum sei. Die Wissenschaftlerin Marjolaine Matabos berichtet live vom Forschungsschiff Atalante und bestätigt, dass selbst stabile hydrothermale Systeme nach Störungen kaum wiederherstellen. Watson und Sarano fordern Rechte für Meereslebewesen und echte Schutzgebiete statt „Greenwashing". Watson erklärt seine PR-Strategie: "Sex, Skandal, Gewalt und Prominenz" seien nötig, um Aufmerksamkeit zu erzeugen – belegt durch die Kampagne mit Brigitte Bardot gegen Robbenjagd. Abschließend ruft Watson in einem Gedicht zum Stopp des Tiefseebergbaus auf.

Einordnung

Die Sendung versteht sich als journalistisches Format, bleibt aber stark narrativ und emotionsgeladen. Die Moderation gibt den Aktivist:innen viel Raum, wissenschaftliche Expertise wird zwar eingeblendet, aber nicht kritisch hinterfragt. Es gibt keine Vertreter:innen der Bergbauindustrie oder pro-mining-Politiker:innen – eine klare Perspektivendominanz. Die Argumentation folgt dem Frame „Ökologie versus Wirtschaft“ und verzichtet auf nuancierte Abwägungen. Besonders bemerkenswert ist die offene Darstellung von zivilen Ungehorsam-Strategien ohne juristische Einordnung. Die Sendung wirbt nicht für Sachlichkeit, sondern für Mobilisierung – was dem Format als Wochenendmagazin geschuldet sein mag, aber journalistische Distanz vermissen lässt.