Zusammenfassung

Die Fraktion der AfD stellt in ihrer Kleinen Anfrage die Sinnhaftigkeit des Koordinators für die transatlantische zwischengesellschaftliche, kultur- und informationspolitische Zusammenarbeit infrage. Ausgangspunkt ist die wachsende Zahl von Regierungsbeauftragten (2025: 27 aktive Strukturen) und die Frage, ob dieser Koordinator eine echte strategische Lücke füllt oder nur eine teure Doppelstruktur zu bestehenden Ministerien darstellt. Mit 18 detaillierten Unterfragen verlangt die AfD Auskunft über Personal, Kosten (inkl. externer Dienstleister), Termine mit Ministerien, Verbänden, Landesregierungen und internationalen Akteuren, sowie über Erfolgskriterien, Fortschritte und etwaige Gesetzesbegleitungen. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, der Koordinator diene möglicherweise eher langfristigen transatlantischen Projekten als konkreten politischen Zielen des Koalitionsvertrags.

Einordnung

Vordergründig wirkt die Anfrage nach Ressourcen und Effizienz wie eine klassische parlamentarische Kontrollfrage. Allerdings könnte der Fokus auf transatlantische Zusammenarbeit ein Narrativ bedienen, das gezielt Vorbehalte gegenüber enger Zusammenarbeit mit den USA oder internationalen Organisationen schürt. Die AfD stellt weder die Existenzberechtigung des Amtes grundsätzlich infrage, noch benennt sie mögliche konkrete Fehlentwicklungen – stattdessen konzentriert sie sich auf vermeintliche Intransparenz und Doppelstrukturen. Dies könnte darauf abzielen, das Amt als „Bürokratie-Monster“ oder „überflüssigen Luxusposten“ zu brandmarken, ohne jedoch alternative Steuerungsmodelle zu benennen. Auffällig ist die selektive Kritik: Trotz des Vorwurfs der Überbürokratisierung fehlt eine Auseinandersetzung mit der grundsätzlichen Notwendigkeit internationaler Kultur- und Informationspolitik. Stattdessen wird suggeriert, der Koordinator agiere ohne messbaren Nutzen für die deutsche Gesellschaft – ein Framing, das Kritik an vermeintlich „unverbundenen Eliten“ und deren transatlantischen Bindungen implizit transportiert.