Die re:publica 26-Session präsentiert die neue staatliche Beteiligungsplattform mitwirken.gov.de. Judith Hammann, Referatsleiterin im Bundesjugendministerium, eröffnet gemeinsam mit Ludwig Weigel und Marieke Schado den Talk. Die Plattform bündelt niederschwellig Beteiligungsformate des Bundes und richtet sich an junge Menschen bis 27 sowie an Anbietende. Kernversprechen ist eine zentrale, qualitätsgeprüfte Anlaufstelle gegen das Gefühl mangelnder demokratischer Selbstwirksamkeit.
Staatliche Exklusivität als bewusste Begrenzung
Die Plattform sei strikt auf staatliche und staatlich geförderte Angebote beschränkt. Judith Hammann betonte, es ginge darum, „eine Zugänglichkeit herzustellen zu Politik und Verwaltung". Privatwirtschaftliche Apps wie "Let's Act" oder nicht-staatliche Initiativen seien bewusst keine Kooperationspartner, denn: „für uns ist es einfach extrem wichtig, dass Verwaltung junge Menschen an sich ran lässt".
Redaktionelle Qualitätsprüfung als Gatekeeping-Instrument
Eine zentrale Redaktion – angesiedelt bei der Stiftung SPI – prüfe alle eingereichten Formate. Ludwig Weigel ergänzte, man müsse sicherstellen, dass es sich um ein Beteiligungs- und nicht um ein reines Bildungsformat handle. Diese Instanz entscheide letztlich, was auf der Plattform erscheint.
Partizipative Entwicklung mit überraschenden Ergebnissen
Die Plattform sei in Workshops mit jungen Menschen entwickelt worden. Ursprünglich wünschten sich die Teilnehmenden der Bundesjugendkonferenz Chat-Funktionen und eine App, doch man habe diese Wünsche "zurückgefahren, auch aus Datenschutzgründen". Dass eine Registrierungspflicht Entgegenkommen gegenüber dem Wunsch nach einem Account sei, nicht aber die abgelehnten Vernetzungswünsche, blieb unkommentiert.
Ungeklärte technische Zukunft
Mehrfach aus dem Publikum nach Schnittstellen zu bestehenden Plattformen gefragt, erklärte Hammann, ein automatisierter Datenaustausch sei "im Moment nicht geplant". Ein KI-Crawler sei verworfen worden, um die Qualität zu sichern. Diese Abschottung stehe im Kontrast zur Rhetorik der Niederschwelligkeit.