In dieser transatlantischen Episode diskutieren Ingo Zamperoni und Jiffer Bourguignon die innen- und außenpolitische Lage der USA unter Donald Trump im Frühjahr 2026. Ausgehend von Zamperonis Dreharbeiten in New York spannt das Gespräch einen Bogen von der mangelnden gesellschaftlichen Präsenz des US-Krieges gegen den Iran bis hin zu den konkreten Auswirkungen des anhaltenden „Government Shutdowns“. Dabei betrachten sie politische Prozesse stark durch das Prisma parteistrategischer Machtspiele. Sowohl außenpolitische Eskalationen als auch binnenstaatliche Blockaden werden primär als Mittel zum Zweck verhandelt, wobei die Logik des politischen Verhandlungsdrucks als unhinterfragte Konstante des Washingtoner Systems hingenommen wird. ### Zentrale Punkte * **Krieg als Nebensache** Der eskalierende militärische Konflikt mit dem Iran spiele im amerikanischen Alltag kaum eine Rolle, da die Bevölkerung sich geografisch sicher wähne und heimische Sportereignisse den Diskurs dominierten. * **Taktischer Haushaltsstreit** Der Kongress befinde sich in einer Sackgasse, weil beide Parteien die Finanzierung von Grenzbehörden und Verkehrssicherheit als Druckmittel für eigene politische Vorhaben und Reformen instrumentalisieren würden. * **Hürden im US-Wahlrecht** Das von Trump geforderte Wahlsicherheitsgesetz diene weniger der tatsächlichen Sicherheit, sondern solle das Narrativ des Wahlbetrugs stützen und bürokratisch benachteiligte Wählergruppen systematisch vom Wählen abhalten. ### Einordnung Das Gespräch bietet anschauliche Einblicke in parteipolitische Dynamiken und dekonstruiert rechte Narrative, wie den angeblichen Wahlbetrug von 2020, klar als bewusste Lüge. Problematisch ist jedoch die geopolitische Rahmung der Diskussion: Der eskalierende Iran-Krieg wird fast ausschließlich als innenpolitisches Risiko für den Präsidenten diskutiert. So werden getötete US-Soldaten analytisch auf „eine schlechte Optik“ für Trumps Wählerschaft reduziert. Die völkerrechtliche oder humanitäre Dimension des Krieges bleibt – ebenso wie die Perspektive der iranischen Bevölkerung – völlig ausgeblendet, wodurch militärische Aktionen primär als normalisiertes Instrument taktischer Machtpolitik erscheinen. ### Sprecher:innen * **Ingo Zamperoni** – Moderator der ARD-Tagesthemen und Journalist * **Jiffer Bourguignon** – US-amerikanische Redakteurin und Journalistin