Zusammenfassung
Die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke unter der Federführung der Abgeordneten Julia-Christina Stange, Sarah Vollath und weiteren thematisiert die Zunahme von Altersarmut in Deutschland, insbesondere bei Frauen ab 65 Jahren, deren Armutsquote laut Paritätischem Armutsbericht 2025 bei 21,3 Prozent liegt. Als Gründe werden traditionelle Geschlechterrollen, Teilzeitbeschäftigung und Kinderbetreuungszeiten genannt, die zu geringeren Rentenansprüchen führen – besonders im Westen. Die Anfrage fordert von der Bundesregierung konkrete Daten zu Entwicklungen in Rheinland-Pfalz und Deutschland der letzten zehn Jahre: Dazu gehören Versichertenverhältnisse in der gesetzlichen Rentenversicherung, Rentenzahlbeträge nach Geschlecht, Grundsicherungsfälle im Alter, Armutsgefährdungsquoten sowie die Verbreitung und Wirksamkeit der Riester-Rente. Zudem fragt sie nach Maßnahmen der Regierung zur Reduzierung der Altersarmut speziell in Rheinland-Pfalz.
Einordnung
Die Kleine Anfrage der Linken zielt darauf ab, quantitative Belege für eine sozialpolitisch brisante Entwicklung zu liefern: den Anstieg der Altersarmut – insbesondere bei Frauen – und dessen strukturelle Ursachen. Durch die Fokussierung auf Rheinland-Pfalz könnte die Fraktion regionale Unterschiede im Renten- und Armutsgefährdungsrisiko aufzeigen, möglicherweise mit dem Ziel, spezifische politische Handlungserfordernisse zu untermauern. Die breite Streuung der Fragen ( von Pflichtversichertenquoten über Grundsicherung bis hin zur Riester-Rente) legt nahe, dass systematische Zusammenhänge zwischen ungeregelten Arbeitsverhältnissen, geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung und Altersarmut nachgewiesen werden sollen. Die Anfrage könnte auch als Kritik an der aktuellen Rentenpolitik verstanden werden, die durch Kürzungen und die Förderung privater Vorsorge die Problemlage verschärfen könnte. Ob die Fragen auf neue Erkenntnisse oder eine politische Mobilisierung zielen, bleibt abzuwarten.