In diesem knapp dreiminütigen Kommentar des Deutschland-Kuriers attackiert die selbsternannte Polit-Bloggerin und Kolumnistin Naomi Seibt die CDU und insbesondere Bundeskanzler Friedrich Merz scharf. Sie bezeichnet die CDU als "widerlichstes Lügenkonstrukt" und "Deep State", der gefährlicher sei als Linke oder Grüne. Merz sei ein von Ego und Macht getriebener "Kaiser, der keine Kleider trägt". Als Kontrast entwirft sie das Bild einer patriotischen Gemeinschaft, die sie als verfolgt darstellt, und stilisiert sich selbst als ins US-Exil geflüchtete Wahrheitskämpferin mit einer "gottgegebenen Mission".

Die CDU wird als das gefährlichere, weil bewusst täuschende Übel dargestellt

Die CDU sei nicht etwa eine konservative Alternative, sondern ein "Lügenkonstrukt". Während Linke und Grüne "einfach ideologisch verblendet oder von Grund aus doof" seien, sei die CDU der eigentliche "Deep State". "Die CDU, das sind Lügner", so Seibt, die bewusst ihre wahre Agenda verberge.

Die CDU wird als bewusste Fälschung in einem Zweiparteiensystem inszeniert

Die Partei diene nur dazu, den Anschein einer Alternative zu erwecken. Sie sei ein "fake konservative Partei", um im Falle des Scheiterns die Schuld auf konservative Politik schieben und die AfD als "extremere Version" brandmarken zu können. Dies sei ein "clever[er], tyrannisch[er]" Plan.

Merz wird nicht nur als inkompetent, sondern als "bösartig" und machtbesessen charakterisiert

Friedrich Merz habe "überhaupt nicht die Kompetenz" und sei "verzweifelt" gewesen. "Das Einzige, was wir noch tun können, ist, dass wir unsere Seele verkaufen. Und genau das hat Friedrich Merz gemacht." Er sei "so besessen von der Macht", dass es ihn "bösartig" mache.

Ein allumfassendes Narrativ von Verfolgung und Patriotismus wird verbreitet

Es gäbe eine systematische Unterdrückung von Patriotismus: "Unser deutscher Staat, der bestätigt es uns ja sogar regelmäßig, wenn wieder Personen vom Staatsschutz beobachtet und verfolgt werden, weil sie zu viele Deutschlandfahnen aufgehängt haben." Sie selbst habe Deutschland "notgedrungen" verlassen und in den USA Asyl beantragt, nachdem sie "permanent vom Staatsschutz überwacht" worden sei und "Morddrohungen erhalten" habe.

Der Begriff "Schuldkult" wird als zentraler Frame für die deutsche Erinnerungskultur etabliert

Sie berichtet, sich als Jugendliche für die Nationalhymne geschämt zu haben, weil einem beigebracht worden sei, Deutsche seien die "schlimmste Zivilisation auf diesem Planeten, weil wir die Nazis sind. Wir haben es in den Genen". Diese internalisierte Scham, der "Schuldkult", sei ein zentrales Problem, das überwunden werden müsse.

Einordnung

Der Kommentar trägt alle Züge eines agitatorischen Meinungsvideos, das mit journalistischen oder gar deliberativen Formaten nichts gemein hat. Naomi Seibt praktiziert eine radikale Verkürzung komplexer politischer Verhältnisse auf ein Freund-Feind-Schema. Die dominante diskursive Strategie besteht darin, eine allmächtige, bösartige Elite (die CDU als "Deep State") zu konstruieren, die das wahre Volk und seine patriotischen Vertreter:innen – zu denen sie sich selbst zählt – unterdrückt. Dies wird mit einer persönlichen Opfer- und Märtyrergeschichte unterfüttert.

Die Argumentation stützt sich nicht auf Fakten oder nachvollziehbare Belege, sondern auf affektive Aufladung, Verallgemeinerung persönlicher Empfindungen und unbelegte Behauptungen. So bleibt völlig unklar, wer genau aufgrund von Deutschlandfahnen verfolgt wird oder worin der "Asyl"-Grund konkret besteht. Das zentrale rhetorische Mittel ist die Unterstellung: Widerspruch oder fehlende Erfolge werden nicht als Zeichen von Inkompetenz, sondern als Beweis für eine geplante, bösartige Täuschung gedeutet. Der Begriff "Schuldkult" fungiert als rechter Kampfbegriff, der eine offene, kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte delegitimiert.

Die visuelle Gestaltung – professionelles Studio mit Logo und einblendbarer Experten-Bauchbinde ("DK-Kolumnistin") – beansprucht eine Autorität, die der Inhalt nicht einlöst. Sie dient dazu, den emotionalen Monolog in ein Gewand vermeintlicher Seriosität zu hüllen. Durch die durchgängige direkte Kameraansprache wird eine unmittelbare, verschwörerische Intimität mit dem Publikum hergestellt, die Zugehörigkeit zur wissenden "Community" suggeriert und gleichzeitig jede Form von Distanz oder kritischer Nachfrage unmöglich macht.

Sehwarnung. Dieser Kommentar verbreitet unter dem Deckmantel der Meinung demokratiefeindliche und verschwörungsideologische Narrative, die eine reale, faktenbasierte Debatte nicht ermöglichen, sondern ersetzen sollen.