Der Newsletter analysiert die Aussichten auf einen Regierungswechsel in Ungarn bei den Parlamentswahlen im April 2026. Nach 16 Jahren autoritärer Herrschaft unter Viktor Orbán (Fidesz) scheint dessen Sturz unmittelbar bevorzustehen, doch der erwartete Sieg der oppositionellen Tisza-Partei unter Péter Magyar birge neue demokratische Risiken. Die Analyse spanne einen Bogen von István Bibó, dem ungarischen Demokratietheoretiker der Nachkriegszeit, zu aktuellen Entwicklungen. Bibós Lehre von Kompromiss und gegenseitigem Vertrauen unter politischen Gegner:innen diene als Maßstab, während Orbáns Transformation vom liberalen Reformstudenten der 1980er zum illiberalen Nationalisten skizziert werde.
Zentral sei die Beobachtung, dass Tisza zwar einen demokratischen Neuanfang verspreche, aber strukturell ähnliche autoritäre Muster aufweise: eine stark zentralisierte Führung um Magyar, mangelnde interne Demokratie und die systematische Ausgrenzung etablierter Oppositionskräfte. Besonders brisant sei die Prognose einer möglichen Zweidrittelmehrheit, die – analog zu Orbáns Herrschaft – institutionelle Kontrollen obsolet machen könnte. Wie mit Verweis auf Studien