Bei einem Treffen mit "Russlanddeutschen" zeichnet der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Keith das Bild einer bedrohten heterosexuellen Mehrheit. Das knapp zweiminütige Interview-Format des Deutschland-Kuriers dient als Plattform für zugespitzte Positionen gegen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt.
"Vater, Mutter, Kind und sonst nichts" sei die einzige legitime Familienform
Die heterosexuelle Familie sei die Zukunft Deutschlands und müsse durch Hissen der deutschen Flagge geehrt werden, nicht durch eine Regenbogenfahne. "Für uns zählt die Mehrheit der Bevölkerung, die ist heterosexuell, die bildet eine Familie, das ist Vater, Mutter und Kind und sonst nichts und diesen Familien, diesen Menschen, die unsere Zukunft sind für Deutschland, denen gehört eine Fahne gehisst und das ist die deutsche Fahne und keine Queer-Fahne oder keine Regenbogenfahne."
Ein angeblicher "Identitätsverlust" durch queere Inhalte in Bildungseinrichtungen sei das zentrale Problem
In Kindergärten und Schulen werde Kindern beigebracht, "queer" sei erstrebenswert und die ursprüngliche Familie solle nicht mehr hochgeschätzt werden. Keith stellt dies als Hauptmotiv für die AfD-Wahl durch Russlanddeutsche dar, da diese traditionelle Werte wie Familie und Heimat bewahren wollten.
Die Regenbogenflagge auf dem Reichstag sei eine "Katastrophe"
Eine künftige AfD-Regierungsbeteiligung solle dies verhindern. Keith beteuert zwar, Homosexualität werde anerkannt, setzt dem aber die Forderung entgegen, queere Sichtbarkeit aus dem öffentlichen Raum zu verbannen. "Wir erkennen an, dass es Homosexualität gibt, [...]" – der Satz bleibt unvollendet, gefolgt von der Hoffnung auf Regierungsverantwortung.
Traditionelle Lebensweise werde durch politische Vorgaben wie einen "Veggie Day" bedroht
Keith kontrastiert das deftige Essen auf russlanddeutschen Treffen mit angeblichen Verboten und Gemüseaufläufen in Kantinen. Dies dient der Inszenierung eines Gegensatzes zwischen "gewöhnlichen Menschen" und einer als bevormundend dargestellten Politik.
Russlanddeutsche wählten AfD wegen geteilter konservativer Werte
Keith zeichnet das Bild einer Gemeinschaft, die nach Flucht und Vertreibung in Deutschland eine neue Heimat aufgebaut habe und diese nun durch gesellschaftliche Veränderungen bedroht sehe. Die AfD biete Schutz vor diesem gefühlten Verlust.