Der Newsletter Public Notice, der sich als unabhängige, scharfe Analyse von US-Politik und Medien versteht, nimmt in dieser Ausgabe schonungslos Donald Trumps Krieg gegen Iran auseinander. Der Autor (vermutlich Aaron Rupar oder ein Gastbeitrag von Paul) zeichnet nach, wie Trump vor einigen Monaten einen Militärschlag startete, der zwar die iranische Marine und Luftwaffe zerstörte, aber das eigentliche Problem – die Blockade der Straße von Hormuz durch Iran – nicht löste. Die daraus resultierende globale Energiekrise treibt die Inflation in den USA auf Rekordhöhen.
Der Newsletter zeigt, wie Trump zunächst europäische Verbündete und später China um Hilfe bat, die Hormuz-Straße freizuhalten, doch alle lehnten ab. Er habe nichts anzubieten, nur Forderungen, und seine „Verhandlungs“-Taktik funktioniere nicht. Besonders bezeichnend sei seine Provokation: Auf die Frage, ob ihn die finanzielle Lage der Amerikaner:innen zu einer Einigung motiviere, antwortete er: „Not even a little bit … I don’t think about Americans’ financial situation, I don’t think about anybody.“ Die Regierung versuche, den Krieg als glorreichen Erfolg („Operation Epic Fury“) zu verkaufen, und plane sogar eine nächste Bombenrunde („Operation Sledgehammer“). Dabei habe Iran nie Atomwaffen besessen, und das 2015er-Abkommen, das dies sicherte, habe Trump selbst in seiner ersten Amtszeit aufgekündigt.
Die zentrale These des Newsletters: Trump hat eine Krise geschaffen, die nur er selbst beenden kann, aber er weigert sich, Kompromisse einzugehen, und sucht vergeblich nach einem Bail-out. Die Argumentation stützt sich auf öffentliche Aussagen, Berichte und die Widersprüche in Trumps Rhetorik.
Einordnung
Der Text ist ein Paradebeispiel für die kritische, oft anti-Trump ausgerichtete Berichterstattung, für die Public Notice bekannt ist. Er blendet die Vorgeschichte nahezu völlig aus: Welche Provokationen oder Verstöße seitens Irans den Krieg auslösten, bleibt unerwähnt. Stattdessen wird Trump als alleiniger Aggressor inszeniert, der aus irrationalem Zerstörungsdrang handelt. Diese einseitige Rahmung unterstreicht seine Empathielosigkeit, reduziert aber die Komplexität internationaler Konflikte. Die implizite Botschaft – hätte Trump die Allianzen nicht ruiniert und den Atomdeal bewahrt, wäre es nie zum Krieg gekommen – ist nachvollziehbar, aber stark vereinfachend.
Es bleibt offen, ob Iran tatsächlich nur reagierte oder eigene aggressive Pläne verfolgte. Für Leser:innen, die eine kompromisslose Abrechnung mit Trumps Außenpolitik suchen, ist der Newsletter dennoch lesenswert. Wer eine neutrale, multiperspektivische Analyse erwartet, sollte wissen, dass hier eine klare politische Agenda verfolgt wird.