Zusammenfassung

Die Fraktion Die Linke thematisiert in ihrer Kleinen Anfrage die steigende Altersarmut in Deutschland und Nordrhein-Westfalen, die laut Paritätischem Armutsbericht 2025 13,3 Millionen Menschen betrifft. Besonders betroffen sind Frauen ab 65 Jahren mit einer Armutsquote von 21,3 % (Männer: 17,3 %). Als Ursachen werden geschlechtsspezifische Lohnungleichheit, Teilzeitarbeit und Sorgearbeit genannt. Die Anfrage fordert detaillierte Daten der Bundesregierung zu Rentenentwicklung, Erwerbsminderungsrenten, Grundsicherung und Armutsgefährdung in NRW und Ost-/Westdeutschland der letzten zehn Jahre – aufgeschlüsselt nach Geschlecht. Zudem wird abgefragt, ob NRW als besonders armutsgefährdet gilt und mit welchen Maßnahmen die Bundesregierung gegenzusteuern plant.

Einordnung

Die Anfrage der Linken verfolgt das Ziel, empirische Klarheit über die strukturellen Ursachen von Altersarmut herzustellen, wobei die Fokussierung auf NRW möglicherweise strategisch gewählt ist, um regionale Disparitäten im reichsten Bundesland zu thematisieren. Die Datenabfragen zu Rentenhöhen, Versicherungsjahren und Grundsicherung deuten darauf hin, dass die Fraktion gezielt Lücken in der Armutsberichterstattung der Bundesregierung aufdeckt – etwa zur unterdurchschnittlichen Rentenhöhe in Westdeutschland bei Frauen. Dass nach möglichen Gegenmaßnahmen gefragt wird, obwohl die Bundesregierung bisher keine umfassenden Strategien vorgelegt hat, könnte als Vorwurf mangelnder Handlungsbereitschaft gelesen werden. Die Anfrage nutzt dabei gezielt offizielle Berichte (Paritätischer Armutsbericht, 9. Altersbericht), um ihre These zu untermauern, während die Rundum-Bitte um „vollständige Beantwortung ohne Verweis“ auf andere Drucksachen als Druckmittel fungiert. Ob die Antworten tatsächlich neue Erkenntnisse liefern oder nur bestehende Daten aggregieren, bleibt abzuwarten – die systematische Aufschlüsselung nach Geschlecht und Regionen könnte jedoch die politische Debatte um geschlechtsspezifische Rentengerechtigkeit verstärken.


Vorabfassung – wird durch die lektorierte Version ersetzt.