Die aktuelle Ausgabe des Newsletters „we all are robots“ versammelt spektakuläre Robotik-Ankündigungen. Google DeepMind stellt Gemini Robotics 2 vor, ein Vision-Language-Action-Modell, das erstmals ganze humanoide Körper von Kopf bis Fuß steuert und dasselbe Modell auf drei unterschiedlichen Hardwareplattformen einsetzt. Humanoid setzt auf bestärkendes Lernen (RL) und behauptet, die Roboterleistung skaliere ähnlich wie bei großen Sprachmodellen. „Die beobachtete Skalierungstendenz, gestützt auf Simulationsexperimente, legt nahe, dass die Methode den Weg zu 100-prozentiger Zuverlässigkeit weist.“ In Industriepiloten steigerte ein Roboter den Durchsatz um 42 Prozent und übertraf menschliche Vorführungen; die Erfolgsquote beim Kommissionieren sprang von 80 auf 98 Prozent. Generative Bionics präsentiert den Gene.01 mit einer taktilen „Smart Skin“, die Berührung, Kraft und Temperatur spürt und das Anlernen durch physisches Führen ermöglicht – ein Gegenmodell zu rein visuellen Systemen. Die 845-Millionen-Dollar-Übernahme von DroneDeploy durch Procore soll durch die Fusion riesiger Bilddaten „digitale Kolleg:innen“ für Baustellen erschaffen. Schließlich tritt Reimagine Robotics, gegründet von ehemaligen DeepMind-Mitarbeitern, mit einem „monkey-see, monkey-do“-Ansatz an: Arbeiter:innen zeigen dem Roboter Aufgaben und korrigieren ihn; die Prototypenentwicklung verkürze sich so von einem Tag auf zehn Minuten. CEO Jonathan Scholz betont: „Ein nützlicher Roboter sollte von der Person lernen können, die die Arbeit macht.“ Die Autor:innenperspektive ist die eines enthusiastischen Fachmediums, das disruptive Potenziale feiert und auf zahlende Abonnent:innen setzt.

Einordnung

Der Newsletter liefert eine unkritische Presseschau ohne unabhängige Prüfung der Behauptungen. Besonders die Skalierung auf 100 Prozent Zuverlässigkeit ist spekulativ und ignoriert die Hürden des Transfers von der Simulation in die reale Welt. Gesellschaftliche Fragen – Arbeitsplatzverluste, neue Abhängigkeiten, die Sicherheit jenseits von Kollisions