Zusammenfassung

Die Fraktion Die Linke beleuchtet in ihrer Kleinen Anfrage zentrale Kennzahlen zur Altersarmut und Alterssicherung unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechterungleichheit und regionaler Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Ausgehend von Befunden des Paritätischen Armutsberichts (2026), des 9. Altersberichts der Bundesregierung und des Alterssicherungsberichts (2024) thematisiert die Anfrage die strukturellen Ursachen wachsender Rentenniveaudifferenzen – insbesondere die Folgen traditioneller Arbeitsteilung mit ungleichen Rentenansprüchen für Frauen. Gefragt wird nach Entwicklungen der Versicherten-Rentner*innen-Relation, der geringfügigen Beschäftigung, Rentenhöhen nach Geschlecht und Regionen, Erwerbsminderungsrenten mit Abschlägen sowie nach Grundsicherungsfällen und Wohngeldbezug älterer Menschen in Berlin und Deutschland (Ost/West). Zudem werden Daten zu Riester-Rente, mehrschichtigen Alterssicherungssystemen und sozialversicherungspflichtiger Teilzeitbeschäftigung ab 60 gefordert. Abschließend wird ein spezifisches Armutsgefährdungsrisiko für Berlin thematisiert und nach Strategien zu dessen Reduzierung gefragt.

Einordnung

Wahrscheinlich zielt die Anfrage darauf ab, die sozialpolitische Dringlichkeit bei Altersarmut durch detaillierte Datenabfrage sichtbar zu machen – insbesondere dort, wo die Bundesregierung bisher keine ressortübergreifende Strategie vorgelegt hat. Möglicherweise könnte sich hinter den geforderten Zeitreihen zeigen, dass verschärfte Kürzungen in Rente und Wohn­geld – etwa durch Rentenkommissionsvorschläge – oder die Schwächung der gesetzlichen Rente die Armutsrisiken vor allem bei Frauen und in Ostdeutschland weiter erhöhen würden. Die Betonung der Geschlechterdifferenz und regionaler Disparitäten könnte darauf hindeuten, dass die Fraktion eine geschlechtergerechte und ost-west-ausgleichende Sozialpolitik anmahnt. Zugleich bleibt fraglich, ob die Regierung überhaupt vollständige Daten liefert oder erneut auf Verweise in vorherige Drucksachen ausweicht. Inwiefern Berlin tatsächlich eine Vorreiterrolle bei Altersarmut einnimmt, bliebe erst nach Antwort zu prüfen.