Die COMPACT-TV-Reporterin Aurelia besucht die Premiere des Dokumentarfilms „Warum ich“ über den 98-jährigen Weltkriegsveteranen Wolf D. Kroll. Die Veranstaltung dient weniger der distanzierten historischen Einordnung als vielmehr einer emotionalen Mobilisierung gegen gegenwärtige deutsche Verteidigungspolitik. Im Zentrum steht Krolls Leidensgeschichte, die von den Beteiligten als pazifistische Mahnung inszeniert wird.

Die Veranstaltung instrumentalisiert einen Veteranen für eine pazifistisch-geschichtsrevisionistische Botschaft

Der gesamte Event sei laut Filmemacher Mario Nieswandt darauf ausgelegt, „ein Zeichen [zu] setzen für Frieden und Völkerverständigung“. Die Aussagen des Veteranen würden jedoch unkritisch mit einer Ablehnung heutiger Wehrhaftigkeit verknüpft. Eine Zuschauerin äußere, man sollte „nicht mehr darüber sprechen, dass wir Krieg führen möchten“, und lenke den Blick implizit auf eine Opferrolle Deutschlands, auch durch „Kriegsverbrechen“ während der Besatzungszeit.

Der Filmprolog stellt eine direkte Verbindung zwischen der Wehrmacht und der Gegenwart her

Ein eingespielter Filmdialog behaupte: „Sie wollen Deutschland tatsächlich wieder kriegstüchtig machen und denken darüber nach, die Wehrpflicht wieder einzuführen.“ Darauf folge die rhetorische Frage: „Haben wir denn nichts aus unserer Geschichte gelernt?“ Diese Rahmung deute Wehrhaftigkeit pauschal als Wiederholung von NS-Verbrechen.

Ein AfD-Politiker vereinnahmt das Veteranenschicksal für seine Parteilinie

Der Landtagsabgeordnete Lars Günther (AfD) betone, wie „schnell wir alle schlafwandelnd in einen großen Krieg kommen können“. Er überhöhe die „Leidensgeschichte“ der Vorfahren zur Inspiration für heutige Durchhaltefähigkeit und verknüpfe dies mit seiner Ablehnung aktueller Sicherheitspolitik.

Der Veteran selbst stellt Verbrechen der Roten Armee als zentrales Kriegserlebnis dar

Wolf D. Kroll berichte, nach Gefechten sei „keiner mehr da“ gewesen, seine Kameraden seien durch sowjetische Angriffe gestorben. Die deutsche Täterschaft oder der Vernichtungskrieg der Wehrmacht würden weder von ihm noch von den Fragesteller:innen thematisiert.

Der Film beansprucht authentische „letzte Erinnerungen“, ohne historische Distanz zu ermöglichen

Eine Texteinblendung im Trailer verspreche: „Die letzten Erinnerungen zum ersten Mal erzählt“. Krolls Aussage, kaum ein Buch beschreibe richtig, was er erlebt habe, werde unwidersprochen gelassen. Eine historische Einordnung seiner subjektiven Wahrnehmung finde nicht statt.

Das Format nutzt professionelle Inszenierung, um eine vermeintlich überparteiliche Friedensbotschaft zu verbreiten

Der rote Teppich, die feierliche Bühnenshow und die Einspieler aus dem Film verliehen der COMPACT-Veranstaltung einen dokumentarischen Anstrich. Die visuelle Rhetorik, etwa der langsame Schwenk auf den Gedenkstein für „die gefallenen deutschen Soldaten“, verstärke eine opferzentrierte nationale Perspektive.