Zusammenfassung
Die Fraktion der AfD unter Führung von Dr. Alice Weidel und Tino Chrupalla fordert in einer Nachfrage zu einer bereits im Februar 2026 gestellten Anfrage (Drucksache 21/4603) präzise Statistiken über Täter-Opfer-Relationen bei verschiedenen Deliktsgruppen im Jahr 2025. Konkret geht es um die Opferzahlen von Deutschen, die durch Zuwandererinnen geschädigt wurden, und vice versa. Die Anfrage erstreckt sich über fünf StGB-Abschnitte: sexuelle Selbstbestimmung (z. B. Vergewaltigung), Tötungsdelikte, Körperverletzung, Freiheitsdelikte, Raub sowie gemeingefährliche Straftaten. Für jede Kategorie soll angegeben werden, ob die Taten versucht oder vollendet wurden, und die drei häufigsten Staatsangehörigkeiten der tatverdächtigen Zuwandererinnen aufgelistet werden. Die AfD nutzt damit das Thema Kriminalität als zentrales Framing, um migrationspolitische Debatten zu strukturieren.
Einordnung
Die Anfrage knüpft an ein klassisches rechtspopulistisches Narrativ an, das pauschalisierend Migrationshintergrund und Kriminalität verknüpft. Die gezielte Fokussierung auf bestimmte Delikte – insbesondere sexualisierte Gewalt und Tötungsdelikte – könnte als strategisches Framing dienen, um kulturelle Ängste zu bedienen („Fremde als Bedrohung“). Die Forderung nach Staatsangehörigkeiten der Tatverdächtigen impliziert eine ethnische oder nationalitätsspezifische Kriminalstatistik, obwohl polizeiliche Kriminalstatistiken (PKS) ohnehin bereits nach Nationalität unterscheiden.
Die Fragen selbst sind zwar sachlich formuliert, doch ihr Anliegen steht im Kontext einer politischen Agenda, die migrationskritisch argumentiert. Die AfD setzt damit auf ein Muster, das bereits in früheren Anfragen sichtbar wurde: die Konstruktion einer „Asymmetrie“ zwischen deutschen Opfern und zugewanderten Täter*innen, um eine generalisierte Bedrohungslage zu suggerieren. Die Anfrage könnte darauf abzielen, den politischen Diskurs auf „harte“ Kriminalitätsdaten zu lenken, die eine bestimmte Erzählung stützen – während strukturelle Ursachen wie soziale Ungleichheit oder Herrschaftsverhältnisse ausgeblendet bleiben.